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Die Politiker mit den meisten Fake-Followern

Schöne Umsetzung, schöne Grafik: Am Donnerstag hatten wir über ein kleines, neues Tool von Status People berichtet. Der Fake Follower-Check findet für jeden Twitter-Acount heraus, wie viele echte Follower, inaktive und Fake-Follower es hat.

Tatsächlich ist das Tool oftmals mehr als eine reine Spielerei, denn es hilft, mehr über einen Twitterer oder eine zwitschernde Marke herauszufinden. Welcher Social Media Manager will nicht ernsthaft wissen, ob er auch wirklich mit echten Menschen kommuniziert, oder ob er es überwiegend mit Scheinidentitäten oder Nutzern zu tun hat, die schon lange nicht mehr bei Twitter aktiv waren.

Statista

Lange Rede, kurzer Sinn: Statista hat das Tool dazu benutzt, einmal den Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf den Zahn zu fühlen. Das Ergebnis: Gregor Gysi hat die meisten Fake-Follower, gefolgt von Peter Altmaier und Hubertus Heil.

Bei Politikern können alle noch schmunzeln. Wenn man das Tool allerdings dazu verwendet, sich einmal einzelne Branchen anzusehen, findet man schnell heraus, welche Social Media Abteilung sauber gearbeitet hat und welche nicht. Hier zeigt sich also wieder, dass im Social-Web gilt: Schummeln gilt nicht und geht immer irgendwann nach hinten los.

Hier noch einmal die Auswertung für ethority:
Ethority-Fake

PinReach – neues Analyse-Tool für Pinterest – RePins am wichtigsten

Ein Beweis für den Erfolg eines jungen, aufstrebenden Web-Dienstes ist es, wenn neue Angebote und Tools in seinem Fahrwasser entstehen, die das bereits bestehende Portal erweitern. So gesehen ist Pinterest auf einem guten Weg, ein echter Netz-Erfolg zu werden. Denn mittlerweile gehen immer mehr Dienste online, die die Online-Pinnwand erweitern.

Die wohl spannendste Erweiterung ist PinReach. Der neue Dienst misst die Reichweite, die ein Mitglied beim neuen Hype-Angebot erzielt. Dazu haben die US-Amerikaner den PinReach Score entwickelt.

Wie sich dieser Wert berechnet, verrät PinReach nicht. Allerdings erklären sie, dass beispielsweise RePins wichtiger sind als eigene Pins. „Once members start repinning your item your score will increase much quicker. Another similar relationship exists between followers and who you follow. Simply following 500 members will do far less for your score than having 500 new followers on your account“, heißt es in einem erklärenden Text.

PinRe
PinReach-Ergebnis-Seite am Beispiel von Christine Martinez

Auf einen Blick zeigt das Tool die Anzahl der Pins, Repins, Likes, Followers, Following-Mitglieder, Comments und Boards. In extra Grafiken wird dazu noch die Pin-History analysiert und die populärsten Boards identifiziert.

Bei allen Statistiken und Analysen, die Experten von PinReach wissen auch, dass es bei Pinterest noch immer um denkbar einfache Dinge geht – möglichst großartige Inhalte. „Ultimately, the goal should be to produce and share great content on Pinterest.“

Social Media Erfolgsmessung: 5 Standard-KPIs für Facebook, Twitter & Co.

Wie misst man den Erfolg der eigenen Social Media-Kampagnen wirklich? Noch immer glauben viele Entscheider, die tatsächliche Anzahl der Fans und Follower würde eine ernsthafte Aussage über den Erfolg einer Marke in Social Networks ermöglichen.

Der Return on Investment (ROI) ist in vielen Unternehmen als Standard-KPI gesetzt, jedoch noch nicht bei Social Media Kampagnen und Aktivitäten. So fand King Fish Media heraus, dass bislang nicht einmal die Hälfte der Unternehmen den ROI ihrer jeweiligen Social Media Kampangnen messen.

Dabei gibt es längst Social-Media-Intelligence bzw. Monitoring-Tools wie den gridmaster – mit denen sich der ROI oder die KPIs einfach analysieren lassen. Unabhängig davon kann man den kostenlosen ethority Social Media ROI Calculator nutzen.

gridmaster Social Media Monitoring KPI Dashboard

gridmaster Social Media Monitoring KPI Dashboard

Ein entscheidender Faktor, um den Erfolg der eigenen Socical-Media-Kampagnen zu messen, sind die richtigen Key Performance Indikatoren (KPI). Ein wunderbares Beispiel wie einfach und doch effektiv sich diese für Twitter entwickeln und nutzen lassen, liefert Danny Oosterveer.

Diese 5 Standard-KPIs lassen sich auf die meisten relevanten Social Networks anwenden

1. Interaktionsrate (Conversational exchange) – Anzahl der Replies oder Kommentare
Die Anzahl der Replies auf einen Tweet. Für Oosterveer ist dies die wichtigste Social-Media-Schlüssel-Messgröße. Die Antworten auf einen Tweet einer Marke zeigen, wie viele Menschen bereit sind mit ihr zu reden, sich zu engagieren bzw. überhaupt ein gesteigertes Interesse zu zeigen.

2. Direkte Reichweite (Reach) – Anzahl der Fans / Follower
Auch wenn man Anzahl der eigenen Fans nicht überbewerten soll, wenn sie denn auch via Gewinnspielen und anderen Aktionen teilweise akquiriert wurden, bleibt die Reichweite, also die Anzahl der Menschen, die jeden Tweet bzw. jedes Posting theoretisch lesen, ein wichtiger Messwert.

3. Sharing / Content Vervielfältigung (Content amplification)
Die Anzahl der Shares per Post. Jedes Posting oder Tweet entwickelt ein eigenes kleines Social Network, indem jemand es teilt, retweeted oder ein Google+1 gibt. Denn mit jeder Weiterempfehlung durch einen Fan erreicht man auch dessen gesamten Freundeskreis. Dieser Wert misst, wie oft ein Posting geteilt, gereetweeted oder via Google+ empfohlen wurde. Auf welcher Plattform auch immer Sie das Posting verfassten.

4. Stimmung (Sentiment)
Um die Stimmung bzw. die Tonalität von Postings, Tweets etc. messen zu können, braucht man schon ein hochentwickeltes Analyse-Tool wie den gridmaster. Doch eine anständige Analyse der Tonalität muss längst zum Standard bei einer seriösen Messung von Erfolgsfaktoren bei Social-Media-Kampagnen werden. Denn es sollte jeden brennend interessieren, ob die vielen Gespräche, die über die eigene Marke oder Kampagne geführt werden, tendenziell positiv oder negativ sind.

5. Likes / Content-Bewertung (Content appreciation)
Dies ist vor allem bei Twitter ein Faktor. Wie oft wurde ein Tweet favorisiert. Dieser Wert zeigt, wie nützlich oder unterhaltsam ihre Nachrichten sind. Denn nur wenn Tweets richtig unterhalten oder die Fans mit interessanten Informationen versorgen, sind sie auch bereit diese zu favorisieren.

Infografik Kachelmann Social Web Studie 31.05.2011

Studie: So redet das Social Web über das Kachelmann-Urteil

Für kurze Zeit sprach niemand mehr im deutschen Web über Ehec. Am gestrigen Dienstag gab es kurz nach neun  nur noch ein Thema: den Freispruch für Jörg Kachelmann. Nach über einem Jahr ist die Frage, ob der Wettermoderator seine ehemalige Lebensgefährtin vergewaltigt hat, noch immer nicht beantwortet. Klar ist aber: die Beweise belegen dies nicht, also heißt es „im Zweifel für den Angeklagten“.

Infografik Kachelmann - Social Web Studie 31052011

Die meisten Prozess-Beobachter der klassischen Mainstream-Medien kommentierten das Urteil des Landgerichts Mannheim mit einer gewissen Befriedigung. Sie begrüßten den Richterspruch und hielten ihn für richtig. Das sahen die Zuschauer von n-tv genauso. In einer ersten Umfrage, eine Stunde nach Verkündung des Freispruchs, hielten 83 Prozent die Entscheidung für richtig.

Aber wie reagierte das Social Web? Ethority analysierte mit seinem Social Media Monitoring Tool „gridmaster“ das Gesprächsaufkommen. Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Web begrüßt den Freispruch von Kachelmann und Alice Schwarzer nervt.

Bei einem ersten Blick auf die Ergebnisse zeigt sich, dass aufgeschlüsselt nach Tonalität nur 14 Prozent aller Facebook- und Foren-Nutzer, Twitterer und Blogger positiv über den Kachelmann-Komplex sprechen. 66 Prozent sprechen in einem neutralen Ton und 20 Prozent äußern sich negativ. Die Personen, die sich ablehnend zu Wort melden, regen sich allerdings weniger über den Angeklagten auf, als vielmehr über Alice Schwarzer, die für die Bild die Verhandlungen beobachtete und sich bis zum Prozess-Schluss weniger mit der juristischen, sondern vielmehr mit der moralischen Schuldfrage beschäftigte.

Eine weitere Erkenntnis der Kurzstudie ist, dass der Fall Kachelmann bei Twitter mit 2513 zwar den größten Buzz erzeugte, die Reichweite mit 238.950 Kontakten aber hinter Facebook mit 276.012 anstehen musste. Der Facebook-Buzz lag bei 1259. Die mit Abstand höchste Reichweite erzielten allerdings die Blogs mit 301.007 Kontakten. Dagegen lag das Buzzvolumen in der Blogosphäre bei nur 1330.

Eine Analyse der am häufigsten verwendeten Wörter zeigt, dass neben den erwarteten Begriffen wie „Kachelmann“, „Mannheim“ oder „Prozess“ auch eine erstaunliche Häufung des Wortes „Verständnis“ zu finden ist.

Ob das Verständnis allerdings so weit reicht, dass der Meteorologe auch bald wieder als Wettermoderator im TV arbeiten kann, bleibt abzuwarten. Unsere Analyse zeigt allerdings, dass das Social Web relativ wenige Ressentiments gegen den Schweizer hegt. Für den Wiederaufbau der eigenen Reputation ist dies eine solide Ausgangsposition.

Evan Williams – über den Reiz von Social Media

Was macht den Reiz von Social Media aus? Evan Williams liegt mit seiner Einschätzung völlig richtig. Social Media spricht ein Grundbedürfnis der Menschen an. Es geht darum soziale Kontakte zu knüpfen. Social Networks bieten als technische Lösung mit sehr niedrigen Zugangsbarrieren die Möglichkeit einer globalen sozialen Interaktion an. Die Art und Weise der Interaktion zwischen Individuen in Social Media ist eine konsequente Fortführung von sozialen Wechselbeziehungen aus dem Offline Bereich in ein digitales Umfeld. Was die technischen Tools betrifft, bricht Twitter dieses Grundbedürfnis auf die richtige Basis herunter: Der Erfolg gibt den Twitter Gründern recht. Doch in einem gebe ich Williams nicht recht. Twitter wird keine fünf Jahre brauchen bis dieses Tool von einer breiten Masse genutzt wird.