Ist Twitter ein schlechter Marktforscher?

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Markforschung via Social Media ist doch mehr, als einfach nur das Anwerfen und Auswerten einer einfachen Twitter-Suche. So kommt eine Untersuchung des renommierten Pew Research Center zu dem Ergebnis, dass im politischen Bereich das Meinungsbild beim Zwitscher-Dienst häufig noch weit entfernt ist von der tatsächlichen Stimmung innerhalb der Bevölkerung.

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Richtig lag die reine Twitter-Analyse bei der Frage nach Obamas Wiederwahl und dem Urteil zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien. Nach Meinung der Forscher zeigt sich hier jedoch besonders, dass der Kurznachrichtendienst vor allem eine junge und damit eher Pro-Demokratische Nutzerschaft hat. Denn beide Events entsprechen auch genau dem Wunschdenken dieser Gruppe. Komplett daneben lag Twitter beispielsweise bei John Kerrys Nominierung zum Außenminister oder bei Obamas Rede zur Vereidigung.

Zudem könnte Twitter – zumindest im politischen Bereich – ein Negativitäts-Problem haben. Anders als bei der Analyse von Produkten, Filmen etc. sagen die Zwitscherer oftmals nicht was sie toll finden und welche Idee sie unterstützen, sondern nur worüber sie sich ärgern.

Das Hauptproblem in den großen Unterschieden zwischen der öffentlichen und der Twitter-Meinung hängt mit dem Nutzerstamm zusammen. Die Fan-Gruppe des Kurznachrichtendienstes ist alles andere als repräsentativ. „Twitter users are considerably younger than the general public and more likely to be Democrats or lean toward the Democratic Party,“ heißt es in der Studie.

In diesem Zusammenhang sei noch einmal erwähnt, zu welchen vorzüglichen Ergebnissen Google oftmals mit seiner Analyse von Suchanfragen kommt. Beim Oscar oder beim Grand Prix kann die Suchmaschine immer wieder erstaunlich genaue Voraussagen zum Ausgang der Events machen. Die US-Amerikaner analysieren dafür meistens einfach nur, nach welchen Begriffen, Künstlern und Filmen die Nutzer am häufigsten suchen. Wahrscheinlich entspricht der Schnitt der Google-Nutzerschaft schon viel eher einem repräsentativen Querschnitt durch unsere Gesellschaft.

Die Aufgabe und Kunst eines guten Monitoring-Anbieters besteht jetzt genau darin, diese unterschiedlichen Faktoren derart zu bedenken und zu gewichten, dass man mit dem richtigen Mix aus Monitoring, Research und Social-Media-Analyse eine Stimmungslage erkennt, die der Wirklichkeit entspricht.

>> Mashable

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