McKinsey-Studie: Big Data und Social Media-Tools sind Mega-Trends

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Wenn eine McKinsey-Studie Big Data, Digitales Marketing / Social Media und Cloud Computing als Mega-Trends benennt, dann gilt es wohl schon bald in den meisten Old Economy-Unternehmen als anerkannt. In einer aktuellen Untersuchung kommt die Unternehmensberatung zu dem Ergebnis, dass die meisten C-Level-Executives vor allem drei Schlüsseltrends im Digital-Business sehen:

–        Big Data und eine entsprechende Analyse der Daten

–        Digitales Marketing und die dazu gehörigen Social Media-Tools

–        Die Nutzung der neuen Plattformen wie Cloud-Computing und anderen Mobil-Angebote

Die Erwartungen an diese drei Mega-Trends sind sehr hoch. So glaubt ein Drittel der Befragten, dass sich über die genannten Trends die operativen Einnahmen innerhalb der nächsten drei Jahre um mehr als zehn Prozent steigern lassen. Die Manager von Unternehmen, die in privater Hand sind, sehen ein weitaus größeres Wachstumspotential, als ihre Kollegen bei Firmen oder Organisationen, die in öffentlicher Hand sind. 39 Prozent der „Privaten“ rechnen mit einem Wachstum dank der drei oben definierten Trends von über zehn Prozent. Bei den öffentlichen Entscheidern liegt dieser Wert dagegen nur bei 24 Prozent.

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Wie stark der Innovationsdruck bei den drei oben genannten Trends mittlerweile ist, zeigt der Fakt, dass mehr als die Hälfte aller Befragten angab, dass mindestens zwei der drei Trends zu den Top-Ten der strategischen Firmenziele in den nächsten Jahren gehören. Das Digital Marketing, genauso wie Big Data gehört bereits bei 25 Prozent aller Unternehmen zu den Top-3 Prioritäten.

Interessant dürfte die Frage sein, ob die geplanten Investitionen mit der vermeintlichen Wichtigkeit mithalten können. Lediglich 25 Prozent aller Befragten geben an, dass mehr als drei Prozent des Company-Budgets in das Digital-Business fließen. Bei 29 Prozent liegt dieser Wert sogar nur bei 0,9 Prozent.

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Spannend: Ein Drittel hält die geplanten Investitionen für ausreichend. Die Hälfte allerdings sieht das anders und spricht von einer Unterfinanzierung.

Der tatsächliche Nutzen, den die Unternehmen bereits aus den drei Mega-Trends ziehen bzw. hoffen ziehen zu können, ist – logischerweise – höchst unterschiedlich. So sagen im Bereich Big Data rund 49 Prozent der Befragten, dass sie sich auf Customer Insights fokussieren würden.

Beim Digital Marketing geht es überwiegend darum, über diverse Kanäle, vor allem im Social Media-Bereich die Kunden mehr einzubinden.

Am Ende der höchst spannenden Studie geben die Autoren noch einen Ausblick. Sie sehen einige Herausforderungen auf viele Unternehmen zukommen. „Also required is a new approach to managing talent by utilizing flexible team structures, engaging outside collaborators, and increasing corporate tolerance for failure.“

Aufgrund meiner Erfahrung und diverser in den letzten Monaten geführter Gespräche mit den Executives von Konzernen, Markenartiklern und Agenturen schätze ich die  augenblickliche Marktsituation in Deutschland bzw. Europa (ohne UK) wie folgt ein:

1. Mehr als 95% der Unternehmen werden diesen Mega-Trends hinterherhinken, obwohl die Themen beim Top Management angekommen sind. Meistens werden diese jedoch herunterpriorisiert und aufgrund des fehlenden Know-Hows nicht konsequent angegangen bzw. umgesetzt. Die Gefahr gerade für exportorientierte Unternehmen ist enorm, denn sie vergeben zum einen ihre Chance die harterkämpften Spitzenpositionen auszubauen und setzen sich zum anderen der Gefahr aus, wertvollen Boden an den direkten, aber innovativeren Mitbewerber im globalen Wettbewerb zu verlieren.

2. Die Budgets für Digitales Marketing sind in den letzten Jahren stärker gestiegen, jedoch noch weit von dem entfernt, was nötig wäre, um dem geänderten Mediennutzungsverhalten der Verbraucher adäquat Rechnung zu tragen. Bei den bekannten B2C-Brands setzt man oft auf Modeling-Tools, welche die Budget-Allokation optimal ausloten sollen, jedoch fehlt den Tools oftmals der Input von Social Media Daten. In der Umsetzung auf kreativer Ebene wird m.E. jedoch noch zu oft nach dem alten Sender-Empfänger-Prinzip gearbeitet. Ein großer Brocken des digitalen Budgets fließt in den Ausbau und den Launch neuer Webseiten, der Aufbau von Branded Communities auf den Social Networks wird stiefmütterlich behandelt. Dem wichtigen Community Management wird zu wenig Bedeutung beigemessen.

3. Big Data wird von den Medien sicherlich stark gehyped, ist jedoch im Tagesgeschäft noch lange nicht angekommen. Erste Versuche, den riesigen Datenschatz zu heben und zu interpretieren, lassen sich vor allem in den USA erkennen, wo man interne Daten mit den aus Social Media generierten Customer Insights verbindet und damit die Effizienz und den Output von Kampagnen steigert. In Deutschland suchen viele Unternehmen noch nach einer Argumentation, eine erste professionelle Social Media-Analyse durchzuführen, vor allem vor dem Hintergrund, aufkommende Krisen frühzeitig entdecken zu können. Um an die Nuggets, also die Customer Insights zu kommen, ist mehr als das Monitoring von Suchbegriffen nötig. Hierfür bedarf es nicht nur hoher analytischer und technologischer Kompetenz, sondern auch eines umfangreichen Verständnisses dafür, wie Kunden heutzutage ticken und mit welchen neuen Marketing-Tools höhere Absatzpotenziale erreicht werden können.

Fazit: Tatsächlich dürfte es den meisten Firmen momentan sehr schwer fallen, aus eigener Kraft das nötige Know-How und die geeigneten Strukturen in einem angemessenen Zeitfenster aufzubauen. Daher wird das Top-Management die benötigen Kompetenzen extern einkaufen, die meisten Prozesse outsourcen und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Ergo, die Dienstleister und Solutionprovider in den o.a. Segmenten werden in den nächsten Jahren überproportional wachsen und sich auf einen Anstieg der Budgets freuen dürfen.

>> Die ganze Studie lesen

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  1. […] passieren. Die Auswertung ist komplex und die Folgerungen nicht immer so einfach zu ziehen. Deshalb wird es dauern, bis sich die entsprechenden Modelle auch in den Unternehmen hier durchsetzen werden. Zumal nur […]

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