Kommt das Ende der Marken-Apps?

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Lange waren sich Technik-Enthusiasten, Web-Gründer und Marketing-Experten einig: der App-Ökonomie gehört die Zukunft. Das galt für Medienprodukte und Games, wie auch für Werbe- und PR- und Marken-Applikationen.Langsam macht sich eine gewisse Ernüchterung breit.

Eine Studie von Deloitte hat herausgefunden, dass weniger als ein Prozent aller Apps mehr als 1 Million Mal heruntergeladen wurden. Marken-Apps werden zudem kaum im App-Store gefunden, was sich sehr negativ auf die Download-Zahlen auswirkt.

Nico Lumma fasst drei Gründen zusammen, warum Marken-Applikationen nach Meinung von Deloitte solche Probleme haben:

  1. Die App bietet keinen Mehrwert und ist eine reine Marketing-App.
  2. Andere Apps ziehen weit mehr Aufmerksamkeit auf sich, wie z. B. Angry Birds.
  3. Die Apps werden nicht genug beworben.

Trotz dieser Ergebnisse gehen die meisten Kommunikationsexperten davon aus, dass Apps keine Übergangstechnologie sind. Sie glauben sogar, dass die Bedeutung von Applikationen noch zunehmen wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Marketagent.com. „Beim Blick in die Zukunft erwarten in fünf Jahren 84 Prozent der Befragten bereits eine hohe oder eher hohe Bedeutung“, heißt es in der Untersuchung.

Kaum ein Experte geht von einem zeitlich befristeten Höhenflug aus, der nach einer „Dekade der Apps“ wieder abflaut? „Die direkte Frage danach, ob es sich bei diesem Instrument also um einen kurzfristigen Hype handelt oder ob der Einsatz von Apps zu nachhaltigen Veränderungen im Marketing-Mix führen wird, beantwortet die Studie relativ klar: Mehr als drei Viertel der befragten Kommunikationsprofis sehen nachhaltigen Veränderungen in ihrer Branche, nur 2,8% meinen, dass die Nutzung von Apps im Marketing eine vorrübergehende Erscheinung darstellen.“

Im Silicon arbeitet Facebook offenbar bereits an einem Projekt, dass das Social Network unabhängig von Applikationen und dem Appstore machen soll. „Project Spartan„, so der Arbeitstitel, wird eine HTML5-Plattform für mobile Endgeräte.

Tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass immer mehr Dienste und Angebot auf HTML5 statt auf Applikationen setzten.

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4 Antworten
  1. 5xr uli
    5xr uli says:

    Naja, für Fans, die sowieso schon welche sind, machen Marken-Apps Sinn. Und eventuell muß man seine Markenpflege eben überall hinverlagern, wo es gerade in ist.

    Ergo: Bald spielen die keien Rolle mehr, weil unsere Smartphones aufgeräumt werden müssen, weil zu voll. … und es gibt neue Medien, die eben in sind.

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  2. Micha
    Micha says:

    Das Hauptproblem der „Marken-Apps“ wurde bereits angesprochen: Sie bieten keinerlei Mehrwert und dienen nur dazu, Werbung zu verteilen – Und das gemeinhin noch nicht mal Ortsbezogen.

    Ich stelle eine kühne These auf: Es wird niemals eine „MArken-App“ geben, für dessen Hauptfunktion nicht auch eine andere App existiert, die nicht mit Markenwerbung zugespammt ist.

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  3. Oliver Springer
    Oliver Springer says:

    Vom derzeitigen Hype um Apps halte ich zwar überhaupt nichts, aber natürlich bleiben Apps in Zukunft wichtig.

    Am PC läuft heute ja zwar vieles über den Browser, doch lokal installierte Anwendungen werden deshalb so schnell nicht verschwinden.

    Man kann auf jeden Fall mehr Websites immer wieder mal besuchen, als man Apps installieren wird. Und die Hürde, eine App zu installieren, ist halt auch viel größer, als eine Website zu besuchen.

    Das spricht aber nicht dagegen, Apps für Marketingzwecke einzusetzen. Sie muss halt nur wirklich etwas zu bieten haben. Ein gut gemachtes Spiel als Gratis-App beispielsweise wäre hier ein Beispiel.

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