Issues Management – Monitoring von gesellschaftlichen Prozessen

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In einem Beitrag der Handelszeitung.ch schreiben die Autoren Roman Boutellier und Andreas Biedermann über die Elektronikindustrie und der seit über 80 Jahren angewendeten Technologie zum Löten elektrischer Verbindungen mittels bleihaltiger Legierungen. Dieses Verfahren wird nun von vielen Europäischen Ländern, aber auch Japan und den USA per Gesetz verboten.

Da die gesundheitlichen Auswirkungen von Blei im menschlichen Körper sind seit Langem bekannt sind und spätestens seit der Debatte um das Bleifrei-Benzin auch im öffentlichen Bewusstsein verankert ist, formulierte die EU – motiviert durch den rasch wachsenden Berg von Elektroschrott – in den Neunzigerjahren den Ausstieg aus der bleihaltigen Elektronik als ein umweltpolitisches Ziel.

Der per Gesetz angeordnete Ausstieg aus dieser umstrittenen Technologie setzt nun viele Hersteller unter enormen Druck, da es teilweise versäumt wurde schon langfristig für Alternativen zu sorgen.
Hieraus wird besonders deutlich, wie wichtig die frühe Erkennung der Veränderung von gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist. Diese Managementaufgabe ist ein maßgeblicher Bestandteil des Issues Managements.

Folgende Grundregeln sollten beachtet werden:

1. Sicherheit schaffen durch frühes Erkennen

Will ein Unternehmen diese Veränderungen ohne unnötige Hektik meistern oder sogar zum eigenen Vorteil ausnutzen, muss das Management aktiv nach frühen Anhaltspunkten sich anbahnender Kontroversen suchen und einen systematisierten Monitoring-Prozess in den wichtigsten Märkten etablieren.

2. Gesellschaftliche Prozesse beobachten und priorisieren

Vor allem das Zusammenspiel der Öffentlichkeiten, der Regulatoren, der Wissenschaft und den indirekten Profiteuren wie beispielsweise politische Parteien und Gruppen, Medienhäuser oder Protektionisten sollte eingehend analysiert werden, um Entwicklungen abzuschätzen zu können. Hierfür ist es wichtig jedes Thema und jede Gruppe in den Monitoringprozess einzubeziehen.

Das Beispiel der Eletronikindustrie demonstriert eindrucksvoll die Herausforderungen mit denen die Unternehmen im allgemeinen Geschäftsprozess konfrontiert sind. Unter anderem sind auch das Werbeverbot bzw. die eingeschränkten Werbemöglichkeiten von Wettanbietern oder der Tabakindustrie, die Regulierung der Strom-, Energie und –Telekommunikationsmärkte solche Rahmenbedingungen, die durch gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt werden und rechtzeitig erkannt werden müssen. Bei frühzeitiger Erkennung können alternative Strategien gefunden und Chancen erkannt werden, um das Geschäft abzusichern und das Ergebnis zu steigern.

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