Neuer Mega-Trend: Überregionale Marken entdecken lokales Social Media-Marketing

By Sten Franke
In Juli 31, 2012

Das Social Media-Marketing erreicht den Ursprung aller Kundenbeziehungen: Den Punkt, an dem lokale Verkäufer auf ihre tatsächlichen Nachbarn/Kunden treffen. Mit Walmart oder Home Depot haben in den USA die ersten Unternehmen angefangen, auf einen radikalen Social-Local-Ansatz zu setzen.

Tatsächlich gehört es zu den großen – althergebrachten – Erfolgsgeheimnissen unzähliger Einzelhändler, dass sie ihre Kunden mit Namen kennen und viel über deren Vorlieben und Geschmäcker wissen. Im Idealfall weiß ein lokaler Verkäufer sogar vor seinen Kunden, was diese wirklich wollen.

Für viele Jahre machten die großen Handelsketten den persönlichen Einzelhändlern über wesentlich geringere Preise die Kunden abspenstig. Jetzt allerdings macht der E-Commerce vor allem mit kleineren, beweglicheren und günstigeren Online-Shops mächtig Druck auf die großen Handelsketten. Der Kampf von Media-Saturn um Anschluss im E-Commerce ist ein gutes Beispiel hierfür.

Aber wie sollten die Handelsketten nun reagieren? Eine Möglichkeit ist, dass sie anfangen so zu agieren wie traditionelle Einzelhändler. Nur dass sie die persönliche und lokale Ansprache mit den Möglichkeiten des Social Webs kreuzen.

Walmart
Beispiel für eine lokale Walmart-Seite bei Facebook

Am konsequentesten geht diesen Trend zur Zeit wohl die US-Kette Walmart an. Der Mega-Store hat tausende von Facebook-Seiten für jeden seiner Offline-Läden gestartet und gleichzeitig in jedem Laden einige Angestellte einem speziellen Social Media-Training unterzogen. Die Verkäufer vor Ort antworten jetzt direkt auf lokale Anfragen und managen die jeweiligen regionalen Werbe-Aktionen. Zudem versuchen sie, die lokale Community stärker an ihren Store zu binden, indem sie typische, hyperlokale Gespräche auf der Markenseite zulassen. Sei es über die neueste Niederlage des örtlichen Football-Teams oder andere Nachbarschaftsdebatten.

In einer genauen Analyse der Walmart-Strategie kommt Clara Shih beim US-kommunikationsportal AdAge zu dem Schluss: „Today, social-local is a really good idea. As more of your customers get smartphones, check in to your store locations, and begin demanding authenticity with a human touch, it will soon become mandatory.“

Walmart sind allerdings nicht die Einzigen, die auf einen Social-Local-Ansatz setzen. Auch Home Depot oder 24 Hour Fitness entdecken die Möglichkeiten dieses regionalen Facebook-Marketing immer mehr für sich. Spannend wird sein, zu sehen, wer in Deutschland als erstes den Mut hat, diesen höchst spannenden Trend umzusetzen.

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