Starbucks, Pepsi, IKEA & Co. – Brands kommunizieren mit Emojis, aber verstehen die Millennials das überhaupt?

By Alexander Becker
In April 28, 2016

Schon heute lässt sich absehen: Emojis gehören zu den größten digitalen Marketing-Trends des Jahres. Vor allem in den USA sprechen immer mehr Marken mit ihren Kunden mit Hilfe der manchmal süßen, manchmal lustigen und manchmal völlig unverständlichen Symbol-Pics.

Der Grundgedanke dahinter ist klar: Die Unternehmen wollen sich so vor allem modern und digital-empathisch für die wichtige Zielgruppe der Millennials zeigen.

Wie stark dieser Trend längst fortgeschritten ist, zeigen diese Daten von Socialbakers: Im Jahr 2014 verwendeten über ein Viertel (28 Prozent) der Top-Brands in ihrer Facebook-Postings Emojis.

Emojis Facebook Statistik

Ein Jahr später, also im Jahr 2015, hatte sich dieser Wert bereits auf 40 Prozent erhöht. Tendenz steigend. Auf Twitter sehen die Daten ähnlich aus.

Twitter Emojis Statistik

Den ersten Unternehmen reicht es allerdings schon nicht mehr, einfach nur auf die Symbole in ihre Postings zu setzen und so den Ton der jungen Kunden zu treffen: Sie wollen ihre eigene Sprache und basteln deshalb eigene Keyboards für die Smartphones ihrer Nutzer.

Für viel Aufsehen sorgte gerade exakt dieses Projekt von Starbucks:

Kaffeekette Starbucks macht’s wie Kim Kardashian und bringt eine eigene Tastatur-App.

Da kann man dann beim Schlürfen des laktosefreien Honey Blossom Macchiato medium to go Bildchen von anstoßenden Pappbechern, mit Strohhalm trinkende lila Einhörner oder einen stark schwitzenden Stern (oder so was …) an Freunde und Feinde senden“, erklärt Werben & Verkaufen das Konzept der neuen App.

Die Kaffeekocher sind damit in bester Gesellschaft. In seiner neuen EM-Kampagne präsentiert Pepsi eigens kreierte Pepsimojis.

Auch Ikea setzt bereits auf eigene Emoticons.

Tatsächlich ist der Sinn und Unsinn solcher Marketing-Projekte nicht ganz unumstritten. So ergab eine Studie der Universität von Minnesota, dass die kleinen Symbole oftmals miss- oder erst gar nicht verstanden werden. Chip.de schreibt dazu:

„Bei der Studie kristallisierten sich vor allem zwei Gründe dafür heraus, warum es durch Emoijs zu großen Missverständnissen kommen kann.

Der eine Grund ist keine besondere Überraschung: Menschen sehen in Bildern nicht immer das Gleiche und manche Symbole sind zudem mehrdeutig.

Der zweite Grund für die Fehlkommunikation ist schon überraschender: Je nachdem welche Geräte Sender und Empfänger verwenden, werden einige Emoijs vollkommen anders dargestellt.

Damit ändert sich die Emotion, die durch die Symbole transportiert werden soll, teilweise ganz erheblich.“

Noch lässt sich also nicht abschließend beurteilen, ob Emojis für Marken wirklich immer den gewünschten Positiv-Effekt haben. Die Chancen, gerade in der Ansprache an Millennials dürften weit größer sein, als die potentiellen Risiken.

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