Kreditinstitute investieren in Web 2.0: So nutzen Banken das Social-Web

By Alexander Becker
In März 25, 2013

Wenn selbst die Banken anfangen via Facebook, Twitter & Co. zu kommunizieren, dann scheint an diesen Web 2.0-Sachen doch wirklich etwas dran zu sein. Keine Branche ist so vorsichtig im Einsatz einer Kommunikationstechnologie, wie die Finanzwirtschaft. Gleich zwei Studien kommen jetzt aber zu dem Ergebnis, dass auch die meisten Kreditinstitute im Social-Web ankommen sind. Natürlich die einen mehr und die anderen weniger.

So hat die Münchner Werbeagentur Webguerillas untersucht, wie aktiv die deutschen Banken im Social Web sind. Ergebnis: Filialbanken sind im Internet aktiver als Direktbanken. Von den einzelnen Unternehmen ist die Deutsche Bank am aktivsten.

Das Ergebnis ist deutlich: „Unsere Analyse zeigt, dass sich gerade Privatbanken intensiv mit dem Thema Social Media auseinandergesetzt haben. Vor allem die Filialbanken wissen die verschiedenen Kanäle inzwischen gezielt für sich zu nutzen“, sagt David Eicher, Geschäftsführer der Webguerillas. „Die Landesbanken jedoch übersehen derzeit noch den Brückenschlag zwischen der virtuellen Welt und ihrem Tagesgeschäft. Dabei könnte gerade hier die strategische Nutzung relevanter Social Media-Kanäle viel für die Marke und deren Image tun“, fasst Eicher den Social Web Check weiter zusammen.

Die Untersuchung zeigt, dass die Website, ein Wikipedia-Eintrag und ein Xing-Profil längste zum Standard gehören. Zudem verfüge das Gros der untersuchten Privatbanken über eine Mobile App und ist auf den drei populären Social Media-Plattformen Facebook, Twitter und YouTube aktiv.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der „Branchenkompass 2012 Kreditinstitute“. Die Untersuchung konnte beobachten, dass die Kreditinstitute ihre Skepsis gegenüber Social Media verlieren würden. 2011 äußerten noch fast drei Viertel der deutschen und österreichischen Banken Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gegenüber Web-2.0-Anwendungen. Ein Jahr später sind es nur noch 60 Prozent.

Laut der Branchenstudie von Steria Mummert Consulting sinken auch die Bedenken gegenüber anderen Risiken bei der Nutzung von Plattformen wie Facebook, Twitter und Xing. So haben nur noch 55 Prozent Angst, auf Nachrichten von Nutzern nicht schnell genug adäquat reagieren zu können und damit Kritik hervorzurufen. Innerhalb des vergangenen Jahres ist dieser Wert um sieben Prozentpunkte gesunken. Die grundsätzliche Befürchtung, die Kontrolle über Inhalte und Nutzerreaktionen zu verlieren, hat ebenfalls abgenommen, von 57 auf 48 Prozent“, fasst Haufe die Ergebnisse zusammen.

Den Banken geht es vor allem um die Erweiterung des Kundenkreises. 78 Prozent erhoffen sich neue Kunden, Interessenten und Unterstützer durch Weiterempfehlungen, 76 Prozent behalten Kundenmeinungen im Blick und 75 Prozent setzen auf eine positive Imagebildung.

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