Google+: Die Jagd nach dem goldenen Facebook-Vlies

By ethority - social media intelligence team
In Dezember 10, 2012

In einem Post von Vic Gundotra, seines Zeichens Senior Vice President von Google, werden stolz zwei neue Funktionen von Google+ zum Ende des Jahres angekündigt (nicht ohne weihnachtlich-besinnliche Einleitung zum Gemeinschaftsgedanken). Zum einen werden durch Google+ Communities die Facebook-Gruppen nachgeahmt, oder genauer: „Verschiedene Communities zu allen möglichen Themen über die schönsten Reiseziele der Welt bis hin zum wöchentlichen Fußballtreff, die ihr entdecken oder einfach selbst erstellen könnt. Communities können öffentlich für alle oder privat nur für eingeladene Mitglieder sein.“ Des Weiteren soll man Hangouts und Veranstaltungen mit anderen Community-Mitgliedern der Community organisieren und +1-Bewertungen mit ihnen teilen können. Ins Facebook-Vokabular übersetzt klingt das schon ziemlich nach den altbekannten Gruppen.

google communities

Zum anderen wird nun die iPad-App des Jahres 2011, Snapseed, auch für Android hinzugefügt und in Google+ eingebunden: „Tolle Fotos auch mit Mobilgeräten“ und „Kreative Filter wie Drama, Schwarz-Weiß und Vintage, die man einzeln oder kombiniert anwenden kann“ erinnern doch vage an Instagram, welches April 2012 für einen sagenhaften Preis von – natürlich – Facebook aufgekauft wurde.

Ein Absatz lobt Google+ als „das am schnellsten wachsende Netzwerk. Über 500 Millionen Menschen sind bereits Mitglied, 235 Millionen sind aktive Nutzer und geben +1 für Apps bei Google Play, nutzen Gmail oder teilen interessante Suchergebnisse. Nicht zuletzt posten und teilen 135 Millionen Nutzer Dinge aus ihrem Leben im Stream.“  „500 Millionen Mitglieder“ klingt natürlich schon nach der Hälfte von Facebook, allerdings zählt der blaue Gigant in seine Milliarde Nutzer nur die tatsächlich aktiven Nutzer – und diese belaufen sich bei Google+ auf 235 Millionen. Aktive Nutzer sind dabei diejenigen, die mindestens einmal im Monat eingeloggt sind.

Google+ ist als Netzwerk auf keinen Fall zu verachten und bietet viele interessante Optionen und Vernetzungsmöglichkeiten. Es ist und bleibt jedoch kein Facebook und sollte darauf bedacht sein, seine eigene Identität, die es in den Augen der Nutzer auch hat,  zu wahren. Gerade jetzt, wo durch die neu angefachte Edge-Rank-Diskussion die Kritik an Facebook wächst, hat das jüngere Netzwerk die Gelegenheit, sich von Facebook abzuheben, indem es innovative, neue Funktionen einführt, statt bekannte Funktionen abzuwandeln. Und zum Thema „das am schnellsten wachsende Netzwerk“ kam uns Folgendes in den Sinn:

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