Kundenkommunikation 2.0: Warum der Papst jetzt twittert

By Alexander Becker
In Dezember 4, 2012

Über viele Jahrhunderte galt, dass es kaum einen besseren Verkäufer seines Produktes gab als die Kirche. Nach modernen Marketing-Maßstäben machte die Glaubensorganisation vieles richtig. So hatten sie ein Produkt, das die Menschen lebenslag band. Zudem konnten sie sich auf eine extreme Kundenbindung und ein massives Nutzer-Engagement verlassen.

Bildschirmfoto 2012-12-04 um 09.38.18

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte büßte die Kirche allerdings einiges von ihrer Fähigkeit die Menschen für ihre Botschaften und Angebote zu begeistern, ein. Einer der Gründe dafür ist, dass sie den Kontakt zu vielen Menschen verloren hat und scheinbar nicht mehr so gut ihre Sprache spricht. Jeder Marketing-Experte weiß: Verliert man den Kontakt zu seinen Zielgruppen, wird es schwer sein, Produkte noch an den Mann oder die Frau zu bringen.

Das soll sich jetzt aber ändern. Denn der Papst möchte nun im Social Web kommunizieren und damit auch endlich die Sprache mehrerer 100 Millionen Menschen lernen, die sich im Web 2.0 zuhause fühlen.

So gab Twitter gerade bekannt, dass Papst Benedikt XVI. ab dem 12. Dezember unter @pontifex offiziell twittern wird. „Im Vorfeld des offiziellen Starts habt Ihr und alle anderen Menschen aus aller Welt ab heute die Möglichkeit, Fragen zu religiösen Themen wie Glaube mit dem Hashtag #AskPontifex direkt an den Papst zu twittern. Gemeinsam mit Vatikan-Mitarbeitern werden die Fragen gesichtet und ab dem 12. Dezember über den neuen Twitter-Account des Papstes beantwortet – und das zum Start sogar in einer Live-Tweet Sitzung des Papstes!“, heißt es in einer Pressemitteilung des 140-Zeichen-Dienstes.

Weiter schreibt Twitter: „Von weltweit bekannten geistlichen Oberhäuptern wie dem Papst und dem Dalai Lama bis hin zu Pastoren und Priestern kleiner Gemeinden und Glaubensgemeinschaften wird Twitter bereitserfolgreich eingesetzt, um mit der jeweiligen Gemeinde zu kommunizieren und Botschaften zu verbreiten.“

Die Entscheidung des Pontifex ist genau richtig. Denn egal ob bei Facebook, Twitter & Co.: Die Nutzer sind überwiegend aus einem Grund in den Netzwerken aktiv: Sie wollen kommunizieren. In den Social Networks wollen sie reden und sind oftmals auch bereit zuzuhören. Das heißt: Die modernen Web-Plattformen sind ein idealer Ort für die Kirche, um mit potentiellen Gläubigen ins Gespräch zu kommen.

1 Comments

  1. Pingback: Die Zehn Social Media Gebote - ethority Social Media Intelligence Blog

Leave A Comment