Die vorbildliche Krisenkommunikation der Welt

By ethority - social media intelligence team
In November 26, 2012

Die Story hatte das Potential in einem Kommunikationsdesaster für die Tageszeitung die Welt zu enden. Doch am Ende des Tages haben die Berliner Springer-Journalisten alles richtig gemacht. Mit Ruhe, Transparenz und Ehrlichkeit konnte ein kleiner Blog-Shitstorm abgewendet werden. Dieser Fall hat durchaus ein gewisses Lehrbuch-Potential. Deshalb sei er hier noch einmal eine Zusammenfassung.

Doch was war passiert? Am Sonntag stellte Susanne Ackstaller fest, dass eine Kolumne in der Welt kompakt fast wörtlich ein altes Blogposting von ihr abgepinselt hatte. Also verfasste sie ein frisches Blogposting, in dem sie all ihren Ärger packte.

„Vermutlich sollte es mir schmeicheln, dass meine Kolumne jetzt in der Welt steht, quasi. Tut es aber nicht. Es ärgert mich. Maßlos. Dass sich jemand so sehr an mir, an meiner Kreativität, an meinem GEISTIGEN EIGENTUM bedient … ist einfach der Hammer. Dass der Text dann nach unkreativer Umschreiberei VIEL SCHLECHTER ist als meine Original-Kolumne, ist leider auch nur ein sehr kleiner Trost.“

Solch klar formulierter Ärger, vor allem in Richtung eines alten Medienhauses wie Springer gerichtet, hat absolutes Shitstorm-Potential. Und tatsächlich: Schnell füllte sich die Kommentarspalte und ein Kritiksturm braute sich zusammen. Doch dann reagierte die Welt Kompakt Lehrbuchhaft.

In den Kommentaren meldete sich der Redaktionsleiter zu Wort und schrieb: „Wir entschuldigen uns in aller Form. Die junge Kollegin wurde streng ermahnt, ihre Modekolumne wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Wir werden auch noch einmal direkt Kontakt zu Texterella aufnehmen.“

So soll es sein. Eine offene und ehrliche Kommunikation. Tatsächlich entwickelte sich die Story noch weiter. In ihrem Hassposting erwähnte Ackstaller, dass sie gerne einmal selbst Kolumnen für die Welt, die seit über 20 Jahren im Abo hat, schreiben würde.

Einmal auf die Bloggerin aufmerksam geworden, wurde sie nun sogar fix von der Berliner Redaktion als neue Kolumnisten eingekauft. Selbst wenn die Welt kompakt einfach nur eine Kritikerin gegen Geld beruhigt haben sollte, haben die Berliner doch richtig gehandelt. Sie haben transparent ihren Fehler zugegeben und sie haben einer langjährigen Abonnentin eine große Freunde gemacht. Zudem haben sie nun eine bekannte Bloggerin mehr an Bord, die der Zeitung ein moderneres Image verleiht.

Auch sehr schön setzt sich gerade Publicaffairs.twoday.net mit dem Thema Krisenkommunikation auseinander

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