Analyse: Warum die Social-Local-Strategie von Walmart noch hakt

By Alexander Becker
In September 25, 2012

Die Idee ist gut, doch bei der Umsetzung gibt es wohl noch Optimierungsbedarf. Die Social-Local-Strategie von Walmart gilt als vorbildlich in Sachen Facebook-Marketing, jetzt hat sich Recommend.ly die Zahlen des Projektes näher angesehen.

Vor rund einem Jahr hat der US-Mega-Store tausende von Facebook-Seiten für jeden seiner Offline-Läden gestartet und gleichzeitig in jedem Laden einige Angestellte einem speziellen Social Media Training unterzogen. Die Verkäufer vor Ort antworten jetzt direkt auf lokale Anfragen und managen die jeweiligen regionalen Werbe-Aktionen. Zudem versuchen sie, die lokale Community stärker an ihren Store zu binden, indem sie typische, hyperlokale Gespräche auf der Markenseite zulassen. Sei es über die neueste Niederlage des örtlichen Football-Teams oder andere Nachbarschaftsdebatten.

Die Analyse von Recommend.ly fand rund 2,800 Lokal-Seiten von Walmart-Märkten. Allerdings hatten hundert mehr als 1.000 Fans. Als Vergleichswert geben die Marktforscher an, dass von den durchschnittlichen lokalen Business-Pages bei Facebook 22 Prozent mehr als 1.000 Fans hätten.

Walmart Facebook Study

Walmart Facebook Study

Diese Zahl ist allerdings nicht wirklich relevant. Weit wichtiger ist der Umstand, dass 85 Prozent all der Local-Seiten nicht auf Fan-Kommentare geantwortet haben. Das ist allerdings ein absolutes Facebook-No-Go.

Dagegen läuft die Haupt-Seite von Walmart bei Facebook prächtig. Die Page hat rund 21 Millionen Fans. Seitdem das Local-Projekt läuft sind 10,5 Millionen dazu gekommen. Zeitgleich konnten die einzelnen Store-Seiten zusammengerechnet nur rund zwei Millionen Fans sammeln. Auch bei der Fan-Aktivität liegt die Hauptseite weit vor den Store-Seiten, die von den Mitarbeitern der Läden mit betreut werden.

Die Ergebnisse zeigen: Der Erfolg der Strategie hängt maßgeblich an der Community-Arbeit der jeweiligen Lokal-Teams. Offenbar haben die regionalen Seitenmanager keine Zeit oder keine Lust, mehr mit den Facebook-Freunden zu kommunizieren. Gelingt es der US-Kette, dass sich die Mitarbeiter stärker für die Facebook-Aktivitäten engagieren, könnten diese auch sehr schnell das Nutzer-Engagement steigern.

0 Comments

  1. Hallo Herr Becker,

    sehr gute Erkenntnisse die Sie präsentieren. Reine Workshops scheinen in den Lokalen Filialen nicht durchgängig erfolgreich zu sein, daher haben wir eine Lösung entwickelt die es ermöglicht, dass ein „großes Mutterschiff“ ggf. zumindest das reaktive kommunizieren unterstützen kann. Denn nichts ist schlimmer als Kunden mit Fragen auf Pages „verhungern“ zu lassen.

    Vg
    Gorden Wübbe

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