Wenn Firmen den Klout Score berücksichtigen und eigentlich nichts darüber wissen

By ethority - social media intelligence team
In Juli 30, 2012

Während der Olympia-Liveübertragung samt iPad auf dem Schoß (es lebe Social TV!) rutsche mir ein Artikel von netzwertig durch den Reader. Im Moment beschäftige ich mich wieder mehr mit Klout, hatte zuletzt auch einen Artikel hier verbloggt.

Wer sich ein wenig mit Klout auseinander gesetzt hat wird wissen, dass man -zumindest kurzfristig- den Score künstlich beeinflussen kann. Ich hatte es mal geschafft, binnen 7 Tagen den Score um fast 15 (!) Punkte nach oben zu pushen, der natürlich dann kurze Zeit später wieder runter ging.

Wenn ich dann so etwas hier lese, habe ich ein wenig Angst vor der Zukunft:

Hotels wie das The Palms Hotel in Las Vegas prüfen die Klout Score ihrer Gäste, um darüber zu entscheiden, ob sich ein kostenfreies Upgrade des Zimmers empfiehlt. Je stärker Anwender bei Facebook, Twitter & Konsorten verdrahtet sind und je mehr Nutzer ihre Beiträge lesen und weiterverbreiten, desto größer ist ihr Potenzial als inoffizielle Markenbotschafter.

Ich hatte vor circa 6-7 Monaten in UK eine Stellenanzeige gefunden. Nur wer einen Klout Score von 60 oder höher hat, durfte sich bewerben (da denke ich doch gleich wieder an meine 15 Score Punkte, die ich in wenigen Tagen zusammen faken kann).

Ist das wirklich der Schritt in die richtige Richtung? Ist Klout nicht zu eindimensional? Was nützen mir 10.000 Twitter Follower, die vielleicht selber kaum aktiv sind? Sind 500 Follower mit einer enormen Reichweite nicht besser? Oder wenn Klout bei Person 1 nur den Twitter-Account kennt, bei Person 2 dann aber so ziemlich alle Dienste, die man hinterlegen kann?

Klout Marc Thomalla

Ich persönlich finde Klout interessant und nutze es auch – aber eher um zu schauen, in welche Richtung es sich entwickelt. Wenn ich jetzt 1-2 Punkte verliere, grabe ich mich nicht in den Boden. Und wenn ich 5 Punkte gewinne? Dann renne ich nicht gleich zum Chef und will mehr Gehalt (das wäre mal zu überlegen…).

Was haltet ihr von Klout?

0 Comments

  1. Hallo Marc,

    lieben Dank für Deinen Beitrag!
    Ich muss manchmal etwas schmunzeln, wenn Leute Argumente gegen Klout bringen möchten (nicht vorwurfsvoll gemeint) und diese sich dann aber „pro Klout“ entpuppen.

    Nehmen wir mal diese 7-Tage-Taktik. Klout reagiert hier genau richtig. Mit welcher Intention Du die Social Media Channels nutzt, das kann Klout nicht durchschauen. Aber es wäre doch falsch, wenn Dein besonderes Engagement, sei es nur für 7 Tage, nicht honoriert würde.

    Und genau diese 7 Tage sind ein wunderbarer Punkt. Das ist das, was ich immer sage. Statistisch gesehen sind solche „Gaming-Ansätze“ nicht wirklich relevant. Viele argumentieren, wie leicht sich Klout austricksen oder erspielen lässt. Nur die Realität ist die, dass die meisten Menschen einfach die Medien nutzen, und zwar für sich, um zu kommunizieren, um zuzuhören, um zu lernen, um sich zu engagieren. Man kann anderes für eine Zeit mal vortäuschen oder andere Leute um Mithilfe bitten. Für die breite Masse und auf längere Zeit ist das irrelevant. Und auch ein potentieller Arbeitgeber könnte sich den Verlauf Deines Klout Scores ansehen. Vielleicht zieht er sogar positive Schlüsse daraus: „Hey schau mal her, so gut kannst Du also … dann mal weiter so!“ 🙂

    Und immer die immer wieder angeführt Zahl der Follower. Glaubst Du wirklich, *diese* wäre für den Klout Score entscheidend? Ich habe schon Accounts mit Followern im 5-stelligen Bereich gesehen, die einen vergleichsweise niedrigen Klout Score in den 30ern hatten.

    Auch die weiteren Netzwerke. Ob jemand 2 oder 5 Netzwerke verbunden hat, beide mögen einen ähnlichen Klout Score haben. Einen signifikanten Unterschied sollte es nur machen, wenn man in einem der hinzugefügten Netzwerke eine deutlich höhere Aktivität und Effektivität vorweisen kann.

    Alles Liebe
    von Micha 🙂

  2. Hallo Stefan,

    ja – ich bin auch eher Beobachter… 2011 auf der dmexco wollten Leute nur aufgrund meines Klout Scores damals mit mir und nicht mit einer Kollegin sprechen. Das fand ich schon sehr krass.

    Gruß
    Marc

  3. Hallo Marc,

    ich halte es persönlich ebenso wie du. Es ist nett mit dem Tool etwas zu spielen, es zu beobachten – doch sollte man die angezeigten Werte nicht zu ernst nehmen. Gerade die spontanen Schwankungen, die zum Teil auch durch Umstellungen an der Berechnung der Score entstehen, zeigen, dass Klout selber noch nicht die richtige Formel gefunden hat (sofern es sie dann gibt ;)).

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