Trotz Defizite bei der Glaubwürdigkeit: Bedeutung von Twitter als Content-Plattform steigt

By Alexander Becker
In Juli 19, 2012

Immer mehr Nutzer entdecken und lesen via Social-Web Nachrichten, die sie ohne Twitter und Facebook gar nicht wahrgenommen hätten. Das ist eine gute Nachrichten für Unternehmen, die aktiv im Social-Web eigene Inhalte produzieren und so versuchen ihre Nutzer zu informieren und zu unterhalten.

Tatsächlich lesen wir über Social Networks Nachrichten, die wir sonst nicht sehen bzw. wahrnehmen würden. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine eMarketer-Studie, ein Bericht von Simply Measured und eine Untersuchung vom PewResearch Center’s Project for Excellence in Journalism. Demnach gaben im Januar 2012 39 Prozent aller Twitter-Nutzer an, dass sie über den Microblogging-Dienst Nachrichten sahen, die sie nirgendwo sonst in ihrem normalen News-Kosmos wahrnahmen. Bei Facebook lag diese Rate mit 34 Prozent leicht niedriger.

Vor allem die Einführung der neuen Timeline bei Facebook sorgte dafür, dass die Nutzer mit einer weit größeren Begeisterung Inhalte über das weltweit größte Social Network teilen.

Ein weiterer spannender Effekt ist: Je mehr Inhalte Nutzer teilen, desto mehr neuen Content, ob nun Text, Videos oder Bilder, entdecken sie auch. “And the more they discover, the more likely they are to turn first to Facebook for content they used to get elsewhere“, erklärt der eMarketer-Analyst Paul Verna.

Allerdings halten noch immer die meisten, die Inhalte direkt von der Homepage einer Nachrichten-Seite für vertrauenswürdiger, als wenn sie die selbe Story via Twitter-Feed entdecken. Das hat gerade eine Studie von Mike Schmierbach and Anne Oeldorf-Hirsch ergeben.

Die Wissenschaftler hatten verglichen, wie die Nutzer einen Text auf der Homepage der New York Times bewerten, wie sie ihn wahrnehmen, wenn er ihnen über den NYT-Twitter-Stream dargeboten wird.

“The decision to share this story was made by the originating source, The New York Times. Yet, participants still viewed the content on Twitter differently, suggesting the Twitter ‘brand’ has some independent cue,” schreiben die Wissenschaftler. “At an applied level, this study suggests the need for caution in the use of Twitter as a way to distribute news.”

Für Unternehmen und Marken bedeutet dies, dass sie ihre wichtigen Inhalte idealer Weise nicht nur über Sozialen Kanäle ausspielen sollen. Sie brauchen zudem ein vertrauensvolles und seriöse eigenes Portal oder einen guten Corporate Blog. Die Zeit des firmeneigenen Weblogs ist noch lange nicht vorbei. Zum Transport seriöser Informationen und für eine vertrauensvollen Kunden- und Social-Web- und Blogger-Kommunikation werden sie tatsächlich immer wichtiger.

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