Noch ist die Social-Media-Integration ein weiter Weg

By Alexander Becker
In Juli 9, 2012

Ist das Glas jetzt halb voll oder halb leer? E-Marketer hat sich für die negative Variante entschieden. In dem Bericht des US-Portals eine aktuelle Untersuchung von InSites Consulting und SSI, fassen die Datensammler mit der Überschrift zusammen: „Marketers in Western Europe Embrace Social Media, but Fail to Integrate It“.

Dabei sieht die Untersuchung gar nicht so schlecht aus. Bzw. unterscheidet sie sich gar nicht so arg von den Ergebnissen, die die Bitkom vor Wochen erst veröffentlicht hat. Die US-Analyse kommt – verkürzt gesagt – zu dem Ergebnis: Die Mehrheit der Europäischen und US-Unternehmen sind mittlerweile wie auch immer im Social Web aktiv. Allerdings – und jetzt die Einschränkung – ist es vielen Unternehmen noch nicht gelungen die Web2.0-Elemente in ihr Tagesgeschäft zu integrieren.

Für Deutschland kommt die Studie zu dem Schluss, dass immerhin bereits 52 Prozent aller einheimischen Unternehmen mittlerweile zumindest ein Pilot-Projekt in Sachen Social Media fahren. Lediglich 29 Prozent hatten angegeben, dass sie gar nicht mit den neuen Web 2.0-Werkzeugen. 13 Prozent haben diverse Social-Web-Angebote schon voll integriert.

“A lot of companies see social media marketing as something that is done next to other marketing, which is a missed opportunity. Social media can add two important dimensions to bring value to any brand,” said van Belleghem, Managing-Partner von InSites. “The first one is reach, and the second, often overlooked dimension is the ability to collaborate with your customers. Structural collaboration can lead to the integration of the voice of the customer in everything you do, decreasing the gap between the market and your company—in the end, your customers are your best consultants.”

EMarketer

Spannend ist auch ein Blick auf die Top vier Social-Plattformen, die von den Companys eingesetzt werden. Demnach liegt Facebook bei 61Prozent, Twitter bei 39 Prozent, LinkedIn bei 29 Prozent und YouTube bei 24 Prozent. Hierbei überrascht vor allem der geringe Einsatz von YouTube. Dabei sind die Berührungsängste vieler Firmen gegenüber dem Videoportal traditionell am geringsten. Denn einen Imagefilm haben längst viele Unternehmen auf der Clip-Plattform hochgeladen.

Die Facebook-Rate liegen in den USA (rund 80 Prozent) und Großbritannien (61 Prozent) am höchsten.

0 Comments

  1. Guten Abend Christian,

    ja, vor allem bei den Mittelständlern tränen mir regelmäßig die Augen.
    Ich habe in den letzten 2 Wochen 4 Unternehmen darauf hingewiesen, dass alleine ihre weltweiten (!) Produkte schon eine separate FB Fanpage sicherlich mehr als 50-80k Fans bringen würde. Aussage: “Social Media kommt in 1-2 Jahren!”

    Da breche ich jedes Mal zusammen.

    Gruß
    Marc

  2. Danke für diesen interessanten Beitrag!

    Ich kann gerade bei kleinen Unternehmen und Mittelständlern aus meiner Region feststellen, dass das Thema Social Media bis heute falsch angegangen worden ist. Entsprechend wie Sie es in dem Bericht schildern.

    Da wird “irgendetwas” gemacht, ohne klar definierte, sinnvolle Ziele (“Wir wollen unsere Likes auf 20.000 steigern” – ist kein zwingend sinnvolles Ziel…) zu setzen und das Social Media bereits in den Unternehmensprozessen zu integrieren.

    Eigentlich schade, denn die Möglichkeiten die hier stecken sind enorm. Aber eben nur wenns “richtig gemacht” wird.

    Der Lernprozess beginnt jetzt gerade habe ich den Eindruck, nachdem ein Großteil entweder im ersten Anlauf gescheitert ist oder kurz davor steht und sich nach einem Blick auf das aktuelle Kosten/Nutzen-Verhältnis überlegt wie sie mit Social Media weiterhin umgehen werden.

    Ich denke, in 2-3 Jahren wird das in Deutschland schon etwas anders ausschauen.

    Christian

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