Social Media und die Vorlieben der Frauen – KommunikationsAnalyse 2012

By Sten Franke
In Juni 7, 2012

Diese Ergebnisse werden einigen Marketing-Experten und vielen Social Media-Predigern nicht gefallen. Deshalb eines vorweg: Die BRIGITTE KommunikationsAnalyse ist eine der ältesten repräsentativen Untersuchungen, die sich mit der Gedankenwelt und Lebensrealität von Frauen beschäftigt. Seit 1984 befragt Gruner und Jahrs Frauenmagazin dazu seine Leserinnen im Alter von 14-70 Jahren. Schaut man sich den Methodensteckbrief genauer an, wird schnell klar, dass die Mehrheit der befragten Brigitte-Leserinnen zwischen 40 und 59 Jahre alt sind und eher zur Gruppe der weniger affinen Social Media User gehören, jedoch noch viel Potenzial für die Social-Medialisierung besitzen.

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Die für uns spannendsten Ergebnisse dieser Analyse verrät die Kurzzusammenfassung gleich in ihrem ersten Satz: „Fanseiten in sozialen Netzwerken und der direkte Austausch mit Verbraucherinnen im Web 2.0 sind für die allermeisten Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Markenkommunikation.“ Offenbar kommt die Marken-Kommunikation via Facebook und Twitter noch immer nicht so passgenau bei einigen Zielgruppen an. Denn die Untersuchung behauptet, dass das Internet längst nicht mehr aus dem Alltag der deutschen Frauen wegzudenken sei. So sollen drei von vier der Befragten es nutzen. Jede Zweite ist mindestens gelegentlich auf den Seiten sozialer Netzwerke und interaktiver Internetangebote unterwegs und jede sechste besitzt ein Smartphone.

Was nach Meinung der G+J-Marktforscher allerdings den meisten Werbern und Marketing-Experten nicht gefallen werde, sei folgendes: „Fragt man die Frauen nach ihren Hauptbeschäftigungen mit interaktiven Online-Angeboten, stehen private Dinge im Vordergrund. 38 Prozent nutzen interaktive Seiten häufig oder gelegentlich, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. So sagen 29 Prozent, dass sie dort ihre Erlebnisse mit Freunden teilen. 28 Prozent suchen Unterhaltung und Zeitvertreib. 27 Prozent möchten sofort Bescheid wissen, wenn etwas passiert, und jeweils 22 Prozent  der Befragten erwarten Hilfestellung bei Fragen und Problemen oder möchten neue Kontakte knüpfen.“

Von Kommunikation mit Marken oder gar Online-Shopping ist hier erst einmal keine Rede. Das kommt später in der Hitliste der favorisierten Beschäftigungen: „Nur 9 Prozent der Frauen möchten in ihren Netzwerken über Marken-News auf dem Laufenden gehalten werden. 7 Prozent zeigen anderen, wenn sie eine Marke gut finden, und jeweils 6 Prozent nutzen Fanseiten von Marken und Unternehmen oder tauschen sich mit anderen Fans über Marken aus. Jeweils 5 Prozent sagen, dass sie andere aktiv auf Marken aufmerksam machen oder mit den Marken selbst in Kontakt treten.“

Man darf bei dieser Befragung allerdings auch nicht vergessen, wer sie gemacht hat. Es handelt sich schließlich um ein Print-Magazin und so überrascht eines der wichtigsten Ergebnisse auch nicht so wirklich: „Tipps, Trends und Anregungen zu Mode, Kosmetik und Ernährung suchen Frauen noch immer weitaus häufiger bei Frauenzeitschriften“.

Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass die meisten Marken ihre Anstrengungen intensivieren müssen, um – vor allem Kundinnen – besser zu erreichen. Dazu müssen sie ihre Social-Media-Zielgruppe möglichst schnell besser kennen lernen. Das wiederum geht vor allem über ein funktionierendes Social Media Monitoring.

Tatsächlich sprechen noch immer viele Social Media Kampagnen tendentiell eher Männer an. Aber das wird sich in zwei Jahren, wenn die Brigitte wieder ihre Leserinnen befragt, garantiert geändert haben. Denn im Gegensatz im Print-Business, ist Social Media noch eine junge und dynamisch wachsenden Disziplin.

>> Die ganze Studie

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