Aldi’s Social Media Strategie: Glückliche Fans = loyale Kunden

By Sten Franke
In Juni 1, 2012

Aldi beweist gerade in UK, was viele dem Traditionsunternehmen so nicht zugetraut hätten: Sie haben ihren Facebook-Fans zugehört und gehandelt.

Worum geht es: Die englische Aldi-Tochter hat – im Gegensatz zur deutschen Mutter – eine Facebook-Seite. Dort meldeten sich auf einmal die Kunden und baten darum, dass der Discounter doch bitte auch Einkaufskörbe zur Verfügung stellen könnte. Bislang gab es auch auf der Insel nur Einkaufswagen.

Aldi-UK

Wer Aldi kennt weiß, dass das Unternehmen nicht aus Jux und Dollerei weltweit auf Körbe verzichtet. Die Gründe dafür sind naheliegend: Fast alle Aldi-Märke liegen vor den Innenstädten mit großen Parkplätzen. Die Kunden kommen mit Autos und kaufen auf Vorrat ein. Die Läden sind daher nicht immer auf Laufkundschaft ausgerichtet, die einfach nur ein paar Produkte kaufen. Bei diesem Konzept würden Körbe nur stören und möglicherweise Mehrkosten bedeuten.

Dann passierte in England jedoch das Überraschende: Das Management meldete sich zu Wort und versprach, Einkaufskörbe anzuschaffen. Das zeigt: Dank Social Media haben die Konsumenten tatsächlich eine ganz neue – viel mächtigere Position – als früher. Wer hätte gedacht, dass sich Aldi einfach so einen – möglicherweise – unwirtschaftlichen Wunsch seiner Kunden beugt. Man muss dazu sagen, dass es keinen Shitstorm oder andere negative Anfeindungen gab. Die Engländer hatten einfach angefragt.

Wie Peer Schader in seinem Supermarkt-Blog berichtet, haben die UK-Kunden noch ein paar weitere Wünsche. So hätten sie gerne Kassen für Kunden mit wenigen Produkten und Selbstbedienungskassen. Aber soweit wird das Wünsche-Erfüllen der Aldi-Manager vielleicht dann wohl doch nicht gehen.

In jedem Fall zeigt dieses Best Practice Beispiel, dass das Zuhören und der direkte Dialog mit dem Kunden zufriedene loyale Kunden und glückliche Facebook-Fans schafft.

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