Social-Media-Management macht Nachrichtenportale und Communitys wertvollver

By Sten Franke
In Mai 9, 2012

Eine der wichtigsten Wahrheiten 2.0 die viele Netz-Journalisten vielleicht nicht gerne hören, lautet: Der Job der Community- und Social-Media-Manager in modernen Web-Redaktionen trägt längst genauso viel zum Erfolg eines Nachrichten-Portals bei, wie die Arbeit der schreibenden Kollegen. Angebote wie Chip.de haben längst bewiesen, dass eine lebendige Community und ein ordentliches Social-Media-Management treue und aktive Leser  bindet, die zudem oftmals bereit sind, positiv über das jeweilige Web-Angebot zu sprechen.

Bislang blieb allerdings immer weitestgehend im Dunkeln, welche Nutzer überhaupt bereit sind, mitzudiskutieren und sich innerhalb der Community zu engagieren. Bzw. welche Reaktionen lösen welche Art von Kommentaren aus? Diese Fragen lassen sich gänzlich mit Hilfe eines modernen Monitoring-Tools klären. Deshalb haben sich Sebastian Horn, Community-Redakteur von Zeit Online und Max Neufeind von der ETH Zürich einmal eine Zeit-Debatte zum Thema Grundeinkommen mit 1.400 Nutzer-Kommentaren ganz genau angesehn. „Wir haben – basierend auf statistischen Methoden – untersucht, inwiefern sich Nutzer in ihrem Kommentarverhalten ähneln oder unterscheiden“, beschreibt Horn das Vorgehen in einem Interview mit Drehscheibe. Insgesamt konnten er und Neufeind vier Nutzertypen identifizieren und charakterisieren. Das sind:

1.    Der Troll. In der analysierten Debatte schrieb er rund elf Prozent aller Kommentare.

2.   Der Musterschüler. „Das ist ein Usertyp, der zwar wenige Kommentare schreibt. Seine Kommentare sind jedoch sehr lang, gut ausformuliert und klingen freundlich. Er schafft es außerdem, auf viele Aspekte des Themas einzugehen“, erklärt Horn.

3.   Der Bemühte (oder auch der Fleißige). Er schreibt extrem viele Kommentare. Sie haben eine mittlere Länge, sind durchschnittlich überzeugend und durchschnittlich freundlich.

4.   Der Besserwisser. Er formuliert scharf und wendet sich direkt an den Autoren. Im Vergleich zum Troll bringt er allerdings stichhaltige Argumente vor. „Dafür erhält er viel Aufmerksamkeit von anderen Nutzern, die auf seine Kommentare antworten oder sie mit einer Leserempfehlung versehen.“

Slideshare
Die Studie als Präsentation bei Slideshare

Tagtäglich können Debatten aus dem Ruder laufen, wobei nur die frühe Erkennung dieser, der richtige Umgang mit Nutzerkommentaren und eine einfühlsame Moderation der Diskussionen dieses Risiko minimiert. Die Identifizierung dieser Issues ist eine Herausforderung, bei der auf Suchwort-Abfragen spezialisierte Social-Media-Monitoring-Angebote, sog. „Basic Listening“-Tools, schnell an Ihre Grenzen kommen. Sie führen keine kontextbasierten Analysen durch, um Relevantes intelligent zu filtern, um Alarm zu schlagen, wenn erste Fetzen fliegen. „Advanced Listening“-Systeme mit ausgeklügelten semantischen Analysen, basierend auf computerlinguistischer Technologie helfen hier weiter.

Social Media Monitoring Systeme wie der gridmaster können selbstständig Kommentare entdecken, die gegen die jeweiligen Kommentar-Regeln verstoßen und darüber hinaus noch einiges mehr. Wir haben die letzten 6 Monaten sehr hart an einer neuen Version unseres gridmasters gearbeitet, welcher mit umfangreichen Funktionen ausgestattet ist, um die physischen Lebenszeichen einer Community richtig zu deuten und so jedem Community Manager gute Dienste leisten kann.

Alles in allem zieht Horn eine positive Bilanz. Denn es hat sich gezeigt, dass die Kommentare mit einem möglichst hohen Argumentationsniveau auch die meisten Reaktionen auslösten. „Kommentare von Pöblern werden meist ignoriert. Je schwächer ein Kommentar argumentativ ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand darauf antwortet.“

Heißt: Die Community würdigt Qualität, wodurch sie natürlich mehr Traffic und neue User generiert und somit im Wert steigt. Investitionen in ein qualitativ hochwertiges Community Management, also guten Moderatoren und den richtigen Social Media Tools zahlen sich daher sehr schnell aus.

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  1. dem beitrag kann man sich nur anschließen. mit social media werden links wieder empfehlungen und machen es den suchmaschinen leichter die seiten zu bewerten. somit wird social media der trend in den nächsten jahren.

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