Social-Media-Monitoring als Trendforschungs-Tool

By Sten Franke
In Mai 7, 2012

Warum tun wir, was wir tun? Wie erkennen wir die Beweggründe dafür? Und was tun wir mit diesem Wissen? Diesen Fragen widmet sich der monatliche trendalk in Hamburg, auf dem ich am vergangenen Donnerstag über Social Media Monitoring, Social Analytics und neuste Entwicklungen in der Trendforschung sprechen durfte. In diesem Zusammenhang nochmals ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter (trendquest) und das diskussionsfreudige Publikum.

Social Media Monitoring & Analytics - Trendforschung 2.0

Social Media Monitoring & Analytics - Trendforschung 2.0

Trends und Gründe für Veränderung: Politisches Verständnis des Einzelnen wie auch dem der Unternehmen, mit den damit zusammenhängenden Leitbildern, Helden und Idolen und mit den Werten des Teilens. Aber woher erkennen wir die Werte des Teilens (Sharen)? Im Zeitalter des Conversational bzw. Social Webs revolutionieren Sharing-Mechanismen die Art wie wir zukünftig Markt- und eben auch Trendforschung betreiben. Die Grundlage dafür sind weltweit mehr als eine Milliarde aktiver Social Web Nutzer, die sharen, liken, bloggen, twittern und kommentieren und damit eine riesige Masse an Daten produzieren, die sich in den nächsten zwei Jahren noch einmal verdoppeln wird. Die meisten Unternehmen verschenken noch ein großes Potential an Market & Consumer Insights, die ihnen eine ordentliche Social-Media-Analyse bieten kann. Denn mit Hilfe einer intelligenten Echtzeit-Analyse von Communitys, Twitter, Facebook & Co. lässt sich nicht nur ein aufziehender Shitstorm erkennen, sondern auch eine höchst professionelle Trendforschung betreiben.

Einsatzgebiete Social Media Monitoring in Deutschland

Einsatzgebiete Social Media Monitoring in Deutschland

Der besagte Shitstorm ist eine reale, aber meist eher unwahrscheinliche Gefahr. Die Daten für eine profunde Trendforschung für die Produkte der jeweiligen Marken sind jedoch meist vorhanden und sie lassen sich auch immer besser analysieren.

Einen Umstand, dessen sich noch nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen bewusst sind. Eine Untersuchung des BVDW ergab, dass Social Media überwiegend für PR/Pressearbeit (73,6 Prozent) und für Kundenbindung (59,5 Prozent) eingesetzt wird. Nur 46 Prozent nutzen die eigenen Daten auch zur Marktforschung.

Dabei bietet ein professionelles Social-Media-Monitoring drei Vorteile, die das Herz von jedem Marktforscher höher schlagen lassen:

  1. Der Kostenaufwand ist im Verhältnis eher gering und genau kalkulierbar.
  2. Die Ergebnisse gibt es in real-time, also Echtzeit
  3. Die Resultate basieren – wenn  man es richtig macht – auf einer sehr breiten Datengrundlage, die im Idealfall annähernd 100% der thematisch relevanten Beiträge und Kommentare betragen.

Ein weiterer Faktor, den man nicht unterschätzen sollte, ist auch der Umstand, dass sich das Konsumenten- und Mediennutzungsverhalten verändert hat. Bei vielen Menschen hat in den vergangenen Jahren die Bereitschaft bei Telefon- oder Straßen-Interviews mitzumachen, stark abgenommen. Auch für dieses Problem hilft eine Trendforschung via Social-Media-Monitoring. Zudem kommt der Wahl der richtigen Netzwerke, mit deren Hilfe Sie die Marktforschung durchführen, eine entscheidende Bedeutung zu.

Social Media Prisma 4.0 - Übersicht Social Web in Deutschland

Social Media Prisma 4.0 - Übersicht Social Web in Deutschland

Allerdings hat auch die Trendforschung 2.0 ihre Limitierungen. Denn sie funktioniert nur, wenn das eigene Forschungsobjekt auch genügend Buzz generiert. Dabei gilt die Regel: Umso höher die emotionalen Faktoren eines Produktes oder einer Marke (Forschungsobjektes) sind, umso mehr wird drüber gesprochen.

Das klingt alles ganz einfach, ist es aber natürlich nicht. Die meisten im Markt befindlichen Tools bieten in diesem Bereich lediglich eine einfache Keyword-Suche. Das reicht nicht. Tatsächlich ist eine gehörige Portion Know-How inklusive einer ausgefeilten Analytics-Technologie vonnöten.

In der Tat macht es der Mix: Erst wenn man ein Profi-Tool wie z.B. der gridmaster, mit seiner Kontext-basierten Suche und seiner hohen Genauigkeit bei der Clusterung und Strukturierung dieser immensen Datenflut mit klassischen Methoden mischt, sind genaue Trendaussaugen möglich.

Dies alles zeigt: In der Trendforschung via Social Media steckt ein großes Potential, dessen sich allerdings noch nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen bewusst sind. Sobald ein Unternehmen jedoch bereit ist, diese neue Form der Marktforschung anzuwenden, liegt eine Erfolgsformel in dem richtigen Mix aus neuen und klassischen Methoden und der Wahl des richtigen und erfahrenen Monitoring-Providers.

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