FC Bayern startet eigenes Social Network: myFCB

By Sten Franke
In März 30, 2012

Sekt oder Selters FCB? In seiner Social-Media-Strategie geht der FC Bayern München seit dem gestrigen Mittwoch einen radikalen Schritt über die Nutzung der klassischen Mittel hinaus. Statt nur auf Facebook oder Twitter zu setzen, haben die Münchner beschlossen einfach ein komplett eigenes Social Network aufzuziehen.

Unter Myfcb.de können sich die Fans des deutschen Fußball-Rekordmeisters nun in einer geschlossenen Umgebung über Spieler, Taktik und anderen Buffer-Gossip austauschen. In dem neuen Angebot können sich die Fans ein eigenes Profil basteln, Freunde einladen, Fotos und Videos hochladen und in Gruppen diskutieren.

myFCB

Aus Sicht der Verantwortlichen bringt der Schritt aus Facebook hinaus – eigentlich genau darum geht es ja im Grunde – gleich mehrere Vorteile. So sind die Münchner die Hausherren. Wenn sich schon die Fußball-Diskussionen immer mehr von den Stammtischen ins Web verlagern, wollen die Münchner doch am liebsten dafür sorgen, dass sie die Kontrolle über die Gespräche ihrer Anhänger behalten.

In gewissem Sinne versuchen sich die Münchner mit diesem Schritt einen ganz eigenen Return on Investment. Denn mit dem Kniff über die eigene Plattform versucht der Verein seine riesige Reichweite, die er auf vielen anderen Web-Angeboten generiert, auf dem hauseigenen myFCB.de zu bündeln. So kommt die Web-Seite laut Google-Ad-Planner auf 510.000 Unique Visitors. Zudem haben die Kicker bei Facebook mehr als 3,3 Millionen Fans.

Der Schritt des FC Bayern München ist nicht neu. Einige Unternehmen haben bereits versucht ein eigenes Social Network aufzuziehen. Meist ohne großen Erfolg. Der Grund: den Angeboten gelang es nie eine kritische Masse an Mitgliedern zu gewinnen, die für das nötige Grundrauschen sorgen, dass die Seite als belebt angesehen wird. Erst, wenn die Nutzer das Gefühl haben auf einer Plattform nicht alleine zu sein, fühlen sie sich auch wohl.

Bei den Bayern könne genau dieser Effekt eintreten. Denn die hundertetausenden von Fans des Vereins könnten tatsächlich das hauseigene Social Network zu einem vollen Erfolg werden lassen. Damit hätten die Münchner eine erfolgreiche Web-Umgebung geschaffen, über die sie die volle Kontrolle haben –ein Traum aus Sicht einer funktionierenden Social Media-Intelligence. Zum anderen werden die tausende an Mitgliedern eine Vielzahl an Daten liefern, die der Verein alleine kontrolliert und so für einen beachtlichen ROI und eine beeindruckende Conversion-Rate für lukrative E-Commerce-Konzepte sorgen kann.

Eine besonders schöne regionale Komponente birgt myFCB auch noch: Statt des „Gefällt mir“-Buttons gibt es einen „Guad“-Knopf.

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