Unternehmen halten ihren Umgang mit Social Media für „chaotisch“

By Sten Franke
In März 7, 2012

Wir predigen das schon länger, doch mittlerweile ist die Botschaft auch in den meisten Unternehmen angekommen. Sie erkennen, dass die eigenen Social Media-Aktivitäten, auch die der Mitarbeiter, ein großer Daten-Schatz sind, der in den meisten Fällen noch lange nicht gehoben, geordnet und analysiert ist.

Neuste Untersuchungen stützen diese These. So kommt eine neue Untersuchung von Iron Mountain zu dem Schluss, dass die meisten europäischen Unternehmen nach wie vor nicht wissen, wie sie mit Daten aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder XING umgehen sollen. „Zwar sind sich 94 Prozent (europaweit 86 Prozent) der in der Studie befragten deutschen Unternehmen darüber bewusst, dass Kommunikation über Social Media-Kanäle unter Umständen als formaler Geschäftsvorgang einzuordnen ist“, heißt es in dem Papier. „Gleichzeitig sehen sich aber 72 Prozent der deutschen Unternehmen (europaweit 63 Prozent) nicht in der Lage, die in sozialen Netzwerken ausgetauschten Daten und Informationen entsprechend zu erfassen“. Die Autoren glauben, dass auch deshalb rund 90 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Nutzung sozialer Netzwerke am Arbeitsplatz verbieten würden.

Das hat allerdings kaum eine Auswirkung darauf, dass immer mehr Menschen in Deutschland Social Media Angebote nutzen. Eine aktuelle Auswertung von Statista zeigt, wie regelmäßig mittlerweile die User bei ihren Lieblingsnetworks vorbei surfen:

Statista

Bei ihrer Analyse der Situation malen die Kollegen von Iron Mountain ein sehr negatives Bild. So glauben sie, dass Facebook & Co. die meisten Unternehmen vor vergleichbare Schwierigkeiten stellen würden, wie damals, als E-Mail Einzug in die Geschäftswelt hielt. Dieses Beispiel ist allerdings nur teilweise stichhaltig. Denn auch wenn die Einführung der E-Mail viele Firmen vor einige Probleme stellte, handelt es sich bei Ihnen um Datensätze mit denen die Companys analysetechnisch recht wenig anfangen können.

Die Daten und Informationen, die uns die sozialen Netzwerke liefern können, sind um ein vielfaches wertvoller. Mit Social Media Monitoring & Intelligence Tools ( z.B. dem gridmaster) lassen sich Tweets oder Postings umfangreich analysieren und mit den gewonnenen Daten weiter arbeiten.

Bei Iron Mountain hält man die von Social Media Plattformen erzeugten Daten für derart groß und unstrukturiert, dass sie deshalb nur schwer zu kontrollieren seien. Auch hier muss ich wieder widersprechen und auf unseren gridmaster verweisen. Allerdings hat die Studie recht, wenn sie anmerkt, dass die Unmittelbarkeit und Formlosigkeit in sozialen Netzwerken das Risiko für Datenschutzverletzungen oder die unbeabsichtigte Veröffentlichung vertraulicher Informationen erhöhen würde.

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