Fünf am Freitag

By ethority - social media intelligence team
In Oktober 7, 2011

Willkommen in unserer neuen Rubrik „Fünf am Freitag“.

Jeden Freitag werden hier Persönlichkeiten aus dem Bereich Social Media vorgestellt und interviewt. Erfahren Sie wie etablierte Größen und Aufsteiger der Branche über die Zukunft von Social Media Marketing denken, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und ob sie Facebook oder Google+ bevorzugen.

Hier können Sie Ihre Firma vorstellen, Wissen teilen und Ihre Meinung vertreten.

Björn Instinsky, Online Marketing Manager bei der etracker GmbH, ist der Eröffnungsgast unserer digitalen Fragerunde.

BInstinsky

Zur Person: Björn Instinsky ist Online-Marketing Manager bei der etracker GmbH in Hamburg, wo er sämtliche Online-Marketing-Aktivitäten verantwortet. Die etracker GmbH ist mit mehr als 110.000 Kunden ein in Europa führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Optimierung von Websites und Online-Marketing-Kampagnen.
In seiner Freizeit betreibt Björn Instinsky unter anderem den Blog anderes-marketing, indem er regelmäßig über interdisziplinäre Einflüsse auf das (Online-Marketing) schreibt.

Interview

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

– Für uns ist das Monitoring aller Social Media Aktivitäten, wie auch bei allen anderen Online-Marketing-Kanälen, ein elementarer Bestandteil der gesamten Strategie.

Speziell im Bereich Social Media können wir über Frequenzanalysen, Valenzanalysen oder Intensitätsanalysen ermitteln, wie häufig und mit welchem Wording (Sentiment) über unsere Produkte oder Dienstleistungen gesprochen wird. Darüber hinaus erhalten wir über das Monitoring wichtige Insights zum Gesamtmarkt und dessen Trends zu Wettbewerbern und unserer eigenen Marke. Social Media Monitoring ist für uns also zwingend erforderlich und nicht nur als irgendein zusätzliches Tool zu betrachten.

Neben dem Social Media legen wir natürlich noch weitere Schwerpunkte innerhalb unseres Online Marketings. Es ist daher wichtig für uns alle Online-Marketing-Aktivitäten einzeln zu betrachten und für die eigene, individuelle Zielsetzung unterschiedlich zu gewichten. Auch wenn die Kanäle in der späteren Umsetzung wieder “zusammenfließen“.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

–  Einer der interessantesten Trends im Social Commerce ist das “Crowd Sourcing“. Also die aktive Einbindung der eigenen Community bei der Produktentwicklung und der Produktvermarktung. Aus meiner Sicht ist dies ein Bereich der für “mutige“ Unternehmen eine Bandbreite an Möglichkeiten bietet seine Produkte und Dienstleistungen kundenzentrisch weiterzuentwickeln. Wie man ein solches Crowd Sourcing Projekt erfolgreich umsetzen kann, zeigt derzeit Tchibo mit seiner Plattform “Tchibo ideas“.

Weitere aktuell sehr spannende Themen im Social Commerce sind die Bereiche “Social Good Campaigns“, bei denen Produktkäufe mit Spenden verbunden werden sowie das Erstellen und Sharen von “Wishlists“. Interessant  ist aber auch das Thema “Hauling. Hier können User Videos von neu gekauften Produkten mit allen zugehörigen Infos und Preisen in sozialen Netzwerken posten.

3.
Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Die Frage, die man sich hier sicherlich zu allererst stellen sollte, ist die Frage, was verstehe ich unter der Berechnung eines Return on Investment im Social Media Bereich. Dafür muss ich zunächst ein genaues Ziel mit meinen Social Media Aktivitäten verfolgen. Wenn es mir im Bereich Social Commerce beispielsweise um die reine Erhöhung des Abverkaufes meiner Produkte geht, so fließt in meine ROI-Berechnung eine andere Zielgröße ein, als wenn ich eine Crowd Sourcing Plattform betreibe und meinen Fokus damit auf die Anzahl der generierten Ideen lege. Ich finde die grundlegende Formel einer ROI-Berechnung gerade im Social Media Bereich sehr sinnvoll. Es müssen jedoch die für die individuelle Social Media Strategie relevanten Zielgrößen einfließen, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

An Social Media faszinieren mich vor allem zwei entscheidende Faktoren. Einerseits die Möglichkeit über Social Media nicht nur ganz nah am Kunden zu sein, sondern vielmehr in einen direkten Dialog mit dem Kunden zu treten und auf diese Weise Feedback und Meinungen zu erhalten. Andererseits faszinieren mich der Ideenreichtum und die Innovationskraft, die erfolgreiche Social Media Kampagnen auszeichnen. Also die Möglichkeit mit spannenden Ideen viele Menschen in kürzester Zeit für eine Kampagne zu begeistern.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ?
„Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Ich habe keinesfalls ein “I moved to Google+“-Profil-Bild in meinem Facebook-Account, bin jedoch von den Möglichkeiten und der aktuellen Entwicklung rund um Google+ sehr begeistert. Also ich like und plusse parallel, so wie es aktuell wohl die meisten tun. Ich denke, dass Google+ gut daran getan hat sich nicht allein als ein weiteres “Facebook“ zu positionieren, sondern durch eigene innovative Ansätze eine klare Abgrenzung vollzieht. Perfektes Beispiel dafür ist das Prinzip der “Circles“ und der Möglichkeit bestimmte Nachrichten und Aktivitäten nur an bestimmte “Circles“ posten zu können. Hiermit hat Google+ eine akute Nachfrage bedienen können, die Facebook augenscheinlich lange Zeit nicht zufriedenstellend bedient hat. Wobei Facebook mittlerweile auch an dieser Stelle nachgelegt hat. Langfristig wird es interessant sein, zu beobachten, inwieweit User bereit sind eine Vielzahl von Social Accounts zu pflegen oder es wirklich zu einer Kanibalisierung zwischen Facebook und Google+ kommt.

etracker_logo_RGB_auf_weiss

6. SEO und Social Media – wie passt das zusammen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

SEO und Social Media sind zwei Kanäle, die aus meiner Sicht unbedingt miteinander verknüpft werden sollten. Von daher lautet meine Antwort natürlich, dass SEO und Social Media richtig gut zusammenpassen.

Die Einbettung von Social Media Kampagnen in das Thema SEO hat in der Vergangenheit mehr und mehr an Bedeutung gewonnen, da sich die positiven Effekte dieser Kombination in einer Vielzahl erfolgreicher Kampagnen gezeigt haben. Zwei entscheidende Faktoren tauchen dabei immer wieder auf. Social Media hat auf SEO-Kampagnen einen kurz- und einen langfristigen Effekt: Der kurzfristige Effekt ist der erhöhte Traffic, der im Rahmen einer erfolgreichen Social Media Kampagne auf der eigenen Website generiert wird. Dieser Effekt unterstützt natürlich auch die Hauptziele im Bereich SEO: Mehr Traffic auf der eigenen Seite und  Steigerung der Konversionsrate. Überdies haben Social Media Signale wie Likes, Shares, Tweets und natürlich Kommentare nachweislich in den vergangenen Jahren an Bedeutung als Rankingkriterien gewonnen. Aus diesem Grund stellt sich auch ein langfristiger Effekt ein: Das Ranking der Domain bzw. der Unterseite zu den relevanten Keywords, auf die auch die jeweilige Social Media Kampagne ausgerichtet ist, wird auf lange Sicht verbessert. Wir können damit also erkennen, dass eine strategische Verbindung aus SEO und Social Media, wenn sie denn sauber aufgesetzt ist, positive Effekte auf die eigenen Online-Ziele haben kann.

Nun zur zweiten Frage: Mein Tagesablauf setzt sich aus einer Vielzahl von koordinativen und organisatorischen Aufgaben zusammen, die sich auf die Durchführung, Auswertung und gegebenfalls Optimierung unserer Online-Marketing-Maßnahmen beziehen..

An dieser Stelle möchten wir uns bei Herr Instinsky für den Gedankenaustausch bedanken. Gleichzeitig freuen wir uns schon auf das nächste Interview.

Wir wünschen Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende.
Bis zum nächsten Mal,
das ethority Team

Leave A Comment