Von wegen Langeweile: Social Media so spannend wie lange nicht mehr

By Alexander Becker
In August 29, 2011

Wenn es eine Konstante in der Geschichte des Internets gibt, dann ist es der Wandel. Vor wenigen Jahren sprach alles noch von StudiVZ und MySpace. Holtzbrinck zahlte für das eine Network wohl einen Betrag zwischen 60 und 80 Millionen Euro und Rupert Murdoch bezeichnete seine MySpace-Übernamen als beste Investition seines Lebens. Beide Netzwerke sind längst überholt. Sie wurden von Facebook abgehängt.

Doch wie lange wächst Facebook noch? Eine neue Studie von Gartner kommt zu dem Ergebnis, dass 24 Prozent aller über 6.000 Befragten ihr liebstes soziales Netzwerk seltener aufzurufen als kurz nach dem Beitritt. Das wäre nicht so bedenklich, wenn es sich bei dieser Gruppe nicht um die Early Adopter handeln würde. Schnell war am Mittwoch bereits die Rede davon, dass die besonders technik-affinen Nutzer Social-Müde geworden wären.

Die weiteren Ergebnisse der Untersuchung bringen jedoch kaum Hinweise auf ein Ende es Web 2.0-Booms. Denn in allen anderen Gruppen steigt die Nutzung von Facebook & Co.

Die Ergebnisse reichen jedoch, dass der Untersuchungsleiter Brian Blau meint, dass mehr Innovationen von den Social Media-Anbietern gefragt seien.

Wie Martin Weigert völlig zurecht bloggt: “Während Google+ in rasantem Tempo neue Nutzer gewinnt, tauchen mit Heello und Subjot zwei weitere neue Social-Web-Aspiranten auf. Eine derartige Aufbruchstimmung gab es lange nicht mehr.”

Zu Google+ muss man nicht viel sagen, Heello und Subjot sind allerdings neue Player auf dem Markt.

Heello: Hinter dem spielerischen Namen steckt ein waschechter Twitter-Klon. Mastermind hinter dem Nachbau ist der Twitpic-Gründer Noah Everet. Der Service funktioniert wie Twitter, nur dass alles einen anderen Namen hat. So heiße “Follower” bei Heello beispielsweise “Listener”. “Allein die Tatsache, dass Web-Unternehmen sich wieder motiviert fühlen, einen bereits als verloren oder alternativ gesättigt geglaubten Markt in Angriff zu nehmen, spricht Bände”, schreibt Weigert. Subjot ist dagegen so etwas wie ein Mix aus Twitter und Google+.

Nimmt man die aktuellen Entwicklungen lässt sich viel eher feststellen, dass Gartner mit seiner Einschätzung der Langeweile richtig liegt. Allerdings wird die aktuelle Langeweile dazuführen, dass eine Vielzahl neuer Social Media-Dienste wieder starten wird. Die Folge: die Web-Zeiten werden spannend wie lange nicht mehr. Deshalb ist die Debatte, ob überhaupt noch Social Media-Experten gebraucht werden genauso überflüssig, wie die Frage, ob Monitoring-Anbieter noch gebraucht werden. Die neuen Social Media-Herausforderungen werden für Unternehmen und Nutzer nicht geringer. Sie steigen vielmehr.

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