Social Media Mythen (1): Den Konsumenten folgen

By ethority - social media intelligence team
In März 1, 2011

Dr. Benedikt Köhler

Immer wieder hört man von Agenturseite, aber auch von Unternehmensseite folgende Begründung für die Planung oder Umsetzung von Social Media Aktivitäten: „Unternehmen müssen dorthin gehen, wo die Konsumenten sich aufhalten.“ Das klingt auch logisch. Immer möglichst nah auf Tuchfühlung mit den Kunden und potentiellen Kunden. Aber stimmt das wirklich? Oder haben wir es hier mit einem Social Media Mythos zu tun?

Was beim ersten Hinsehen schlüssig und selbstverständlich erscheint, entpuppt sich aber schnell als Mythos. Unternehmen müssen nicht überall dort sein, wo sich die Konsumenten aufhalten. Zum Beispiel nach Feierabend. Auch wenn ein beträchtlicher Teil der potentiellen Kunden eines Unternehmens am Abend um die Häuser zieht, erwartet niemand von den Unternehmen, es den Konsumenten gleich zu tun. Kaum jemand möchte an der Bar jedes Mal auch noch mit seiner Lebensversicherung, seinem Energieversorger und dem Hersteller seines Sportwagens anstoßen.

Aber in dem Spruch steckt trotzdem mehr als ein Körnchen Wahrheit. Man muss ihn nur umdrehen: „Unternehmen sollten keine Zeit damit verschwenden, über Kanäle zu kommunizieren, die von den Konsumenten nicht mehr genutzt werden.“ Also: Wenn ich jüngere Zielgruppen ansprechen möchte, hat es mittelfristig keinen Sinn, in Zeitungen um sie zu werben. Der Trend geht in Richtung Online und insbesondere Social Media. Insofern ist es also durchaus sinnvoll, sich mit den Konsumenten mitzubewegen – allerdings eben nicht überall hin. Oder anders ausgedrückt: Man muss nicht auf jeden Zug aufspringen, sollte es aber mitbekommen, wenn eine Strecke stillgelegt wurde.

2 Comments

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  2. Genau richtig und amüsant formuliert! Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen immer noch an Abstellgleisen festhalten, wo zum Beispiel Social Media Aktivitäten und Onlinemarketing wesentlich mehr Erfolg zu deutlich geringeren Kosten bieten würde. Nicht ganz unschuldig daran sind auch Agenturen, die sich immer noch scheuen, ihren Kunden neue Wege aufzuzeigen. Originalzitat eines Agenturinhabers:“Mit Facebook kann man doch kein Geld verdienen“. Kann man natürlich doch, wenn Kunden den Wert dieser Dienst- und Beratungsleistung erkennen – und anerkennen. Der Zug für qualifizierte Dienstleister im Bereich Social Media fährt jedenfalls in die richtige Richtung, wenn auch immer noch ein Stück zu langsam.

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