Facebook verärgert erneut mit Datenschutzrichtlinien

By ethority - social media intelligence team
In März 31, 2010

Facebooks Nutzerzahlen steigen bekanntermaßen nach wie vor rapide an und es wird immer mehr zu einem wichtigen Fixpunkt im Leben vieler User. Die wachsenden Nutzerzahlen ziehen auch immer wieder Veränderungen nach sich. So arbeitet Facebook schon wieder an neuen Datenschutz-Bestimmungen, die am Freitag letzter Woche vorgestellt wurden. Auch diesmal bekommen die Nutzer eine Woche Zeit, um sich mit den Veränderungen auseinander zu setzen und gegebenenfalls Veto einzulegen. Diese Möglichkeit wird auch bereits umfassend genutzt. Hauptkritikpunkt ist der zukünftige Umgang mit Nutzerdaten:

Facebook_Datenschutzrichtlinien

Grund für die Entrüstung: Facebook plant die Weiterleitung von Nutzer-Daten an Drittunternehmen. Und zwar ohne vorherige aktive Zustimmung der User. Das vorgesehene Szenario besteht darin, dass die persönlichen Daten umgehend übermittelt werden, sobald ein User die Website des anderen Unternehmens betritt und währenddessen noch bei Facebook eingeloggt ist. Die betreffenden Daten sind: Name (und Namen der Freunde), Profilbilder, Geschlecht und geteilte Inhalte, sofern diese als öffentlich sichtbar eingestellt sind:  Also die persönlichsten Daten, die ein Nutzer auf Facebook preisgeben kann. Die Begründung für diese Öffnung der Privatsphäre durch Facebook fällt äußerst mager und konstruiert aus: Man wolle es den Nutzern ermöglichen auch auf anderen Seiten „nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu können“. Dass mit den Anbietern gesonderte Vereinbarung in puncto Datenschutz getroffen werden und dass es möglich sein soll, die Weitergabe von Daten an andere Plattformen zu blocken, ändert wahrscheinlich nicht allzu viel an dem Gefühl, dass Facebook nun beginnt, Daten an Dritte weiterzugeben, ohne dass dem eine aktive Erlaubnis des Nutzers vorausgehen muss.

Wieder einmal zeigt sich: Facebook ist sich der Brisanz des Themas Datenschutz durchaus im Klaren und zeigt auch Ansätze sich für den Datenschutz seiner Nutzer einzusetzen. Trotzdem werden bei der Planung der Datenschutzrichtlinien offenbar auch immer wieder wirtschaftliche Gesichtspunkte mit in die Waagschale geworfen, die sich schließlich in den Richtlinien niederschlagen.

Daher ist der Studie der Stiftung Warentest, die wir vor einigen Tagen an dieser Stelle vorgestellt haben, offenbar doch eine ganze Menge Wahrheit beizumessen.

Einziger Schutz vor Datenmissbrauch kann also wie immer nur die eigene Initiative sein: Entwicklungen verfolgen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Im Fall von Facebook sind es besonders Informationen, die laut Privatsphäre-Einstellungen für „jedermann“ sichtbar sind, die potenziell an andere Webseiten und Unternehmen weitergeleitet werden. Wer also so gut wie möglich die Kontrolle über seine Daten behalten möchte, sollte seine Privatsphäre Einstellungen dringend einmal prüfen und überdenken.

Nachtrag: Soeben bei www.basicthinking.de gelesen: Bei Facebook fielen gestern für 30 Minuten die Privatsphäre-Einstellung aus, so dass E-Mail-Adressen von mehr als 400 Millionen Mitgliedern offen lagen!

1 Comments

  1. die eigene initiative ist aber auch beschränkt, siehe kapitel 3: section 3: “your name and profile picture do not have privacy settings”

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