Twitter und Facebook beeinflussen Kaufentscheidungen

By ethority - social media intelligence team
In März 16, 2010

Eine neue Studie (von iModerate Research Technologies/CMB) zeigt, dass Fans einer Marke oder Produkt auf Facebook bzw. Follower auf Twitter sichtlich bereiter sind, ein Produkt zu kaufen und weiter zu empfehlen.

67 %  der Twitteristi sowie 51% der Facebooker kaufen eine Marke aufgrund der Präsenz in einem Social Network.

79 % bzw. 60% empfehlen die Produkte aus dem gleichen Grund an Freunde und Bekannte weiter.

Twitter_Facebook_Kaufverhalten

Herausstechend ist der Fakt, dass viele potentielle Kunden Marken nicht vertrauen und dementsprechend ihre Produkte nicht kaufen würden, sobald kein Engagement auf Twitter oder Facebook vorhanden ist.

Ein Grund liegt ganz eindeutig in der Erwartungshaltung der Kunden („electronic people“), dass sich Unternehmen und Marken in ihrer Lebenswelt bewegen müssen („it’s EXPECTED that a company have some digital face […]“). Sollten sie dort nicht vorhanden sein, existieren sie nicht und werden in den Kaufentscheidungsprozess nicht miteinbezogen.

gefunden bei mashable

7 Comments

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  2. Fangen wir ganz vorne an.

    1. Wird more likely hier mit „sichtlich bereiter“ übersetzt. Da relativiert sich mit der richtigen Übersetzung „eher möglich“ schon Einiges. Es liegt ja durchaus nahe, dass ich mich im Rahmen der Frage und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit „Fantum“ bezüglich einer Marke (was aus meiner Sicht schon verfehlt ist; ich sehe nämlich keine Horden von Fans schlachten-bummelnd durch Straßen zu ziehen, sobald der Lieblings-Markenshop aufmacht … aber gut) leicht geneigt bin die Aussage zu treffen: „Ja, wo sie mich da jetzt fragen, na klar … würde es denn sonst Sinn machen ein Fan zu sein? …“.

    2. … likely to buy, recommend than before they were engaged …

    Wieder eine irrsinnige Kausalität. Natürlich hat Facebook laut Statistiken oder Hochrechnungen mehr als 400 Millionen Mitglieder. Aber sind diese „aktiv“ und was ist damit überhaupt gemeint?

    3. Ein N von 1.500 Befragten ist aus Sicht von Marktforschungskennzahlen immerhin ein Lichtblick der Studie.

    4. „While social media is not the silver bullet that some pundits claim it to be, it is an extremely important and relatively low cost touch point that has a direct impact on sales and positive word of mouth,” …

    Ein schöner Beitrag von Josh Mendelsohn, dem Vice President von Chadwick Martin Bailey, denn hier wird für die Irrgläubigen, neben den stark generalisierten Aussagen der Studie, die vermeintliche Tatsache ins Feld geführt, dass Facebook (und ich verallgemeinere weiter Social Media an sich) kostengünstige Marketingmethoden impliziert. Versteht man Social Media als dialogorientiertes Verhalten von Unternehmen und stellt sich vor, man müsste bspw. die Fanpage von Nutella mit deutlich mehr als 3 Mio. Fans betreuen, wird schnell klar, dass eine 1:1 Betreuung aller aktiven Fans relativ zeit- und kostenintensiv werden kann. Aber gut, legen wir das neben dem Mantra „Social Media kost‘ nix vs. Social Media kost‘ was“ als im Ansatz verbale Inkompetenzerklärung einer Persönlichkeit ab, die ansonsten weiß was sie tut.

    5. … perceptions among consumers that those brands not engaging in social media are out of touch …:

    “It’s EXPECTED that a company have some digital face – whether it’s on FB or Twitter I don’t know – but they need a strong electronic presence or you doubt their relevance in today’s marketplace.” Female 50-54
    “Either they are not interested in the demographic that frequents Facebook and Twitter or they are unaware of the opportunity to get more exposure in a more interactive method.” Male 35-39
    “It shows they are not really with it or in tune with the new ways to communicate with customers.” Female 18-24.
    “If they’re not on Facebook or Twitter, then they aren’t in touch with the “electronic” people.” Female 55-59

    Schön zu sehen, dass in der Studie auch qualitative Elemente erhoben wurden.4 Zahlenmaterial hierzu wäre nach der Anwendung von QDA-Software auch schön.
    Schade zu sehen, dass hier eine Pseudorelevanz von Einzelaussagen suggeriert wird.

    6. Nun zur Darstellung auf ethority.de (wenn auch bei mashable gefunden …)

    a. … 51% der Facebooker kaufen …
    b. … 60% empfehlen

    Schieben wir das „Fail“ an dieser Stelle auf eine mangelhafte Übersetzung oder das geflissentliche weglassen von „more likely“.

    c. Herausstechend ist der Fakt, dass … nicht vertrauen … ihre Produkte nicht kaufen würden, … Ein Grund liegt ganz eindeutig in der Erwartungshaltung der Kunden („electronic people“), … dort nicht vorhanden sein, existieren sie nicht und werden in den Kaufentscheidungsprozess nicht miteinbezogen.

    –> Jetzt geht es in Richtung „Epic Fail“ … vertrauen sie nun nicht oder würden sie nicht kaufen. Auf jeden Fall scheint es definitiv, dass die electronic people Unternehmensabstinenz auf Facebook und Twitter mit der Integration in Kaufentscheidungsprozesse bestrafen. Manchmal fällt halt doch Manna vom Himmel.

    Aber es gibt doch noch eine Wahrheit, denn Unternehmen und Marken, die sich nicht in die Lebenswelt potentieller Kunden bewegen, existieren dort sicher nicht. Ich fliege schließlich auch nicht nach Malaysia um Mekka Cola zu kaufen und die Suche in Deutschland ist mir auch zu aufwändig.
    Aus Sicht der Studiemacher macht der HYPE um diese vermutlich letztlich Sinn, da diese weniger Antworten gibt als Fragen aufwirft und die Absatzzahlen der Studie nach oben treiben könnte … für eine Link zur Studie wäre ich sehr dankbar. Allen jenen, die über die Studie schreiben sind einige PI und Kommentare (gerne zur qualitativen Auswertung) auch gegönnt. Aber der Buzz gehört letzten Endes einfach dazu.

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  4. Was sagt uns der Autor?

    Er zieht heimlich aus Korrelationen Kausalschlüsse 😉

  5. Interessant wäre ob es bereits Untersuchungen gibt im Bezug auf Kaufentscheidungen im B2B

  6. Das finde ich auch. Die kausalität „Keine Social Media Präsenz -> Kein Kauf“ finde ich selbst für die Zielgruppe der „Electronic people“ zu weit hergeholt und nicht belegt. Ich vermisse dazu Zahlen! Denn gerade diese These lässt recht einfach überprüfen: Marken oder Unternehmen, die auf Facebook über hohe Popularität verfügen, müssten seit dem Start dieses Engagements auf Facebook eine signifikante Umsatzsteigerung verzeichnen.

  7. Das Ergebnis beeindruckt nicht wirklich, denn bei der geschickten Fragestellung im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeihung konnte kaum etwas anderes herauskommen.
    Jemand, der Fan/Follower eines Unternehmens oder einer Marke wird, tut das ja nicht aus heiterem Himmel, sondern weil er schon eine gewisse Affinität zum Unternehmen oder zur Marke hat. Selbstverständlich neigen diese Menschen eher zu einem Kauf oder einer Empfehlung.
    Die Kausalität, die hier interpretiert wird („…kaufen aufgrund der Präsenz…“) ist aber doch arg fragwürdig.

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