Paid Content: Rettung oder Sargnagel?

By ethority - social media intelligence team
In Dezember 16, 2009

Aufgrund der Bezahloffensive der Online-Inhalte des Hamburger Abendblatt und der Berliner Morgenpost sowie die Erläuterungen vom stellvertretenden Chefredakteur Matthias Idken kam gestern Schwung in die Runde. Stefan Niggemeier z.B. reagierte nicht allzu enthusiastisch auf die Paid Content Idee von Springer, nahm aber wohl eher Anstoß an der „eigenen Sache“ Idkens. Meedia fasst in einem Artikel von Stefan Winterbauer die Vorgänge noch einmal zusammen.

Die Frage „Paid Content: Ja oder nein?“ oder eben „Rettung oder Sargnagel?“ geistert schon einige Zeit im Raum. Auch die Isarrunde hat sich damit beschäftigt, ob sich bezahlbare Inhalte auf die Dauer durchsetzen werden:

Für alle Zeitknappen sind die wichtigsten Thesen zusammengefasst:

Paid Content ist ein Wunschdenken der Verlage

Interessanter Ansatz: Nicht der Inhalt, sondern ausschließlich das Nutzungsverhalten wird bezahlt: kostenpflichtige Mobile App

Fraglich ist, ob sich der Journalismus der Tageszeitungen und der Magazine überhaupt mit dem (Gedanken) des Netzes vereinbaren lässt, so dass man daraus Gewinn schlagen kann

Wie wird es weitergehen, wenn Online kein Geld in die Kassen bringt: Eine Konsolidierung des Nachrichtenmarktes in Deutschland steht noch bevor. Paid Content im Newsbereich wird sich nicht durchsetzen, zumal es bereits viele neue Kanäle gibt, über die man das Neueste erfährt

Wenn Content=Bild und Video ist, dann gibt es bereits jetzt Geschäftsmodelle, die funktionieren. Bei Content =Text wird es höchstens erstmal mit Speziellem, wie Lokalem, klappen bzw. mit Content einer Persönlichkeit, für die die Leute im Endeffekt zahlen. Das klassische Verlagsmodell kann diese Art von Micro Publishern aber nicht tragen

Das größte Problem: Ungeduld! Der Paid Content Prozess braucht Zeit, eine grobe und unbedachte Überstürzung verärgert die Nutzer

mögliche Lösung: verschiedenste Modelle für eine Monetarisierung müssen erdacht und aktiv probiert werden!!!!!!!

Die Isarrunde besteht aus Münchner Medienschaffenden, die über den Einfluss digitaler Entwicklungen auf unser tägliches Leben diskutieren. Zum Team gehören Christop Elzer, Redakteur des Online-Magazins Chip, Beneditk Köhler, Director Digital Strategy & Research der ethority GmbH, Anatol Locker, freier Journalist, Michael Praetorius, Leiter Online bei Antenne Bayern und Gesellschafter der NOEO GmbH sowie Michael Reuter, Gründer des Social News Networks Yigg. Die Isarrunde steht mit den Arbeit- und Auftraggebern der Teammitglieder in keiner Verbindung. Die auftretenden Personen geben ihre persönliche Meinung wieder.

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