US-Kino: Twitter-Mundpropaganda macht oder zerstört Blockbuster

By Alexander Becker
In November 15, 2009

So viel Macht scheint der Zwitscher-Dienst schon zu haben: In einem Spiegel-Interview zum neuen Roland Emmerich-Film „2012“ berichtet Hauptdarsteller John Cusack, wie viel Einfluss Twitter mittlerweile auf die Besucherentscheidung hat, einen Film sehen zu wollen.

Cusack erzählt, dass früher die großen Studios das Startwochenende eines neuen Blockbusters komplett kaufen konnten, indem sie vorher ordentlich Geld in die Werbung gepumpt haben. „Wenn die Besucherzahlen am Freitagabend stimmten, war klar, dass sie am Samstag noch mal um 25 oder 30 Prozent hochgehen würden – und erst dann absacken.“ Doch mittlerweile hat sich das Besucherverhalten verändert. „Jetzt ist es so: Am Freitag kommen vielleicht großartige Zahlen – und am Samstag brechen sie plötzlich um 50 Prozent ein. Alles verpufft, das Marketing, die Strategien. Es sei denn, die Leute mögen den Film, dann ist die gute Presse sogar umsonst.“

2012

Nach Meinung es US-Schauspielers ist das Schlimmste, was seinem neuen Film passieren kann, dass viele Leute Freitagabend zwitschern: „‚2012‘ ist scheiße!“ Das „Spiegel“-Interview wurde vor Wochen geführt. Deshalb muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich offenbar nicht zu viele Leute via Twitter beschwerten, denn das erste Wochenende lief gerade bombig. Nach ersten Hochrechnungen spielte der Katastrophenfilm gleich mal 65 Millionen Dollar ein.

Cusack erzählt weiter in dem Gespräch, dass die Hollywood-Studios derzeit keine Ahnung hätten, was sie dagegen tun sollen. Weiter sagt der Schauspieler, dass er mit vielen Studiobossen und Agenten geredet habe und sie ihm erzählt hätten, dass sie manche Filme am Start hatten, „von denen sie sicher waren, dass sie Hits werden würden. Und dann kam der Freitagabend und der Twitter-Backlash.“

Cusacks Fazit: „Twitter hat natürlich das Geschäft stark verändert.“

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