Hochwertige Erotik als Medienretter?

By Alexander Becker
In Oktober 20, 2009

Kein YouPorn-Schrott, sondern seriöse Erotik: So glaubt Christian Lang, Geschäftsführer von Lomex Media, Verlagen eine ernsthafte Finanzierungsalternative bieten zu können. In einem spannenden Beitrag auf Gründerszene schreibt der Berliner: „Derzeit bieten sich großen Medienmarken zur Refinanzierung ihrer Redaktionen vor allem fünf Geschäftsmodelle, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage weiterhin eine verlässliche Aufwärtsentwicklung vorweisen können: Die Rede ist von E-Commerce, performancebasierten Werbeformen, Gaming-/Gamblingangeboten, Datingplattformen und dem Geschäft mit hochwertigen Erotikangeboten.“

Natürlich ist es so, dass sich keine seriöser Medien-Anbieter gerne die vermeintlichen Hände mit Erotik-Content – wie hochwertig auch immer er sein mag – schmutzig machen will. An diesem Punkt kommt Lang und seine Lomex Media ins Spiel. Denn die Berliner stellen den Verlagen einfach fertige Portale zur Verfügung, die diese nur noch in ihre Web-Angebote integrieren müssen. Zu den Kunden gehören Bild.de, Bauer, Sat.1 genauso wie Sevenload oder GMX.

Lomex

In seinem Beitrag für Gründerszene benennt Lang fünf Gründe, wie ein Publisher ohne Beigeschmack am Erotikgeschäft verdienen kann:

1. Die Inhalte müssen sich geschmackvoll, hochwertig und glossy präsentieren. Erotik ist längst zu einem akzeptierten Bestandteil der Alltagskultur geworden, wenn die Verpackung stimmt.

2. Alle hinführenden Elemente müssen individuell an das redaktionelle Portalumfeld angepasst werden und sich nahtlos einfügen.

3. Moderne Erotikangebote sollten nachgefragte Trendthemen wie aktuell zum Beispiel Frauenerotik besetzen.

4. Die Trennung zwischen Medienmarke (jugendfreier Content) und Erotikplattform (Ü18-Inhalt) muss klar erkennbar bleiben.

5. Sämtliche deutschen Jugendschutzregelungen müssen kompromisslos eingehalten werden.

Der Erotik-Bereich bietet den Verlagen vor allem einen Vorteil. In diesem Segment ist es der Kunde gewohnt zu zahlen. Das ist der große Unterschied zu klassischen Nachrichten-Angeboten.

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