Social Media – Strategie oder Taktik?

By ethority - social media intelligence team
In September 22, 2009

Taktiken beschreiben das koordinierte Vorgehen, das zum Erreichen eines konkret definierten Zieles führt. Jene Ziele sind, von Unternehmen formuliert, in der Regel monetär messbar: Sales. Verständlich also der Wunsch nach verlässlichen Kennzahlen, KPIs und ROIs, sobald das Thema Social Media auf den Tisch kommt. Social Media als taktisches Mittel soll zeitnah konkrete Erfolge liefern und klare Antworten auf aktuelle Fragen geben. Hier sind keine Gesamtkonzepte oder weiterführende Perspektiven gefragt. Es geht um Views, Akquise und allenfalls noch um Brand Awareness. Integere Ziele, die jedoch weit hinter den Potentialen der sozialen Netzwerke zurückbleiben.

Erst nachhaltige Konzepte verdienen den Namen der Social Media Strategie wirklich. Dauerhafte Kontakte werden, ein entsprechendes Portfolio vorausgesetzt, zwangsläufig zu den entsprechenden Verkaufszahlen führen. Nicht jedoch als Reaktion auf die einzelne Kampagne, sondern vielmehr aus der Überzeugung heraus, es mit einem Unternehmen zu tun zu haben, das für den Kunden mehr sein möchte als ein Produktlieferant – nämlich ein Partner.

Auch wenn der User bereits zum Client geworden ist, muss das Gespräch gesucht werden. Und jenes geht über das selbstverständliche Angebot von Support und Service hinaus. Wenn man seinen Kunden über einen längeren Zeitraum begleitet, wird man über seine Erwartungen und Wünsche mehr erfahren, als das über Einzelkontakte je möglich wäre, und Social Media lädt zu eben diesem beständigen Dialog ein.

Jede Taktik ist Teil einer Strategie, weswegen taktisches Denken im Umgang mit Social Media unbedingt notwendig ist: Wo halten sich meine Kunden auf? Wie wecke ich ihr Interesse? Wie spreche ich sie an? Aber jede dieser Fragen muss projektbezogen einer Gesamtstrategie untergeordnet werden: Was will ich, gemeinsam mit meinen Kunden, erreichen?

0 Comments

  1. @André: Ich habe Deinen Artikel gelesen. Ich gebe dir Recht darin, Taktiken in diesem Zusammenhang per se eine höhere Flexibilität zuzusprechen. Leider muss die Strategie immer für die Rolle der undynamischen großen Schwester herhalten. Kann man nicht auch versuchen Strategien agiler zu gestalten?

  2. Ihr beschreibt als Taktiken wunderbar die durch eine immer ‘unsicher’ werdende offene und vernetzte Umwelt immer notwendiger werdende spontane Reaktion auf Ereignisse, die meist noch nach dem N=1 Prinzip individuell zugeschnitten werden müssen.

    Meine Auffassung ist deshalb, dass es (Social Media) Strategien immer weniger geben kann, und Taktiken an Bedeutung gewinnen. Zumal, wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist. Diese gibt es in den Social Networks nur noch für einmal gesagtes – aber nicht mehr für Strategien.
    Nach DeCerteau aufgeschlüsselt, kann man das hier (auf meinem Blog) nachlesen:
    http://raum441.wordpress.com/2008/12/17/taktik/

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