Online-Reputation: Politik will Nutzern helfen

By Alexander Becker
In August 24, 2009

Diese Studie bestätigte alle Social Media-Berater und schreckte gleichsam Nutzer wie Politiker auf: Im Auftrag des Verbraucherministeriums wurden eine Untersuchung durchgeführt, die herausfand, dass sich 36 Prozent aller Unternehmen mittlerweile auch in soziale Netzwerken informieren. 80 Prozent dieser Firmen schauen sogar vor einem Vorstellungsgespräch, wie sich die Bewerber bei Facebook, StudiVZ & Co. darstellen.

Florian Schütz von der Personensuchmaschine Yasni kommententierte darauf hin völlig richtig: „Diese Fakten zeigen, wie wichtig aktives Online-Reputationsmanagement ist…“.

Interessant ist allerdings, was die Politik aus der Diskussion macht: Sie stellt sich auf die Seite der Nutzer. So sagt die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner: „Ich fordere die Betreiber auf, Möglichkeiten zur Selektion einzurichten, damit jeder Nutzer frei entscheiden kann, wem er seine Daten zugänglich machen will.“ Weiter fordert sie, dass die Rechte an Privatfotos nicht auf den Anbieter von Web-Portalen übergehen dürfen, sobald man sie ins Internet stellt. Suchmaschinen sollten außerdem auf soziale Netzwerke keinen Zugriff haben und auch Löschungen der Nutzer nicht dürften nicht umgangen werden.

verbraucher

Alle wichtigen Fakten der BMELV-Studie über Unternehmen, die zur Personalauswahl im Internet recherchieren:

– Fast 80 Prozent der Unternehmen nutzen das Internet bereits vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch.

– Bei einem Viertel der Unternehmen kommt es vor, dass Bewerber wegen Informationen aus dem Internet nicht eingestellt werden. Für 56 Prozent kann jemand aber auch genau wegen der Informationen aus dem Internet interessanter werden.

– Ablehnend bewerten potentielle Arbeitgeber negative Aussagen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld (76 Prozent). Ebenfalls negativ ist es, wenn private Inhalte auf den Internetseiten von den Aussagen in der Bewerbung abweichen (49 Prozent) (Glaubwürdigkeit). Positiv sind für fast zwei Drittel der Internet nutzenden Unternehmen Hobbies und soziales Engagement. Auch sehr private Bilder, (etwa „Partybilder“) sind für fast die Hälfte der Unternehmen negativ, 43 Prozent bewerten dies neutral.

0 Comments

  1. Hallo Herr Becker,
    vielen Dank für den interessanten Artikel und natürlich auch für das Zitat!
    😉
    Die Ergebnisse der Studie sind in der Tat spannend…und besonders interessant wird sein, welche Konsequenzen in Bezug auf das Reputations Management von Unternehmen, Privatpersonen und der Politik gezogen werden. Die Notwendigkeit eines aktiven Reputations Managements sollte anhand der genannten Zahlen nicht mehr von der Hand zu weisen sein…

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