Großgefahr Linkverkürzer: Schützen Sie Ihren Social Media-Content

By Alexander Becker
In August 12, 2009

Linkverkürzer wie Tinyurl.com oder Bit.ly gehören zum absoluten Grundwerkzeug eines jeden Social Media-Freundes. Ob bei Twitter oder in einer Facebook-Statusmeldung, gilt es immer wieder lange Internet-Adressen in kurze URLs zu verwandeln.

Im Laufe der letzten Jahre und Monate hat jeder von uns unzählige kurze Links in das eigene Firmenblog, Kommentarfeldern oder den Company-Twitter-Channel gesetzt. Für viele Firmen verbirgt sich hinter den ShortURL-Adressen mittlerweile ein gewichtiger Teil der Online-Reputation.

Nur logisch, das ein Verschwinden der Links einem Kommunikations-Gau gleichkommen würde. In der Regel geben sich die unzähligen Verkürzer aller größte Mühe den Eindruck zu erwecken, dass ihnen nichts passieren kann und dass ihre Links auch in zehn Jahren noch aktiv sind. Die bittere Wahrheit ist jedoch: Das ist natürlich eine Lüge. Wer kann im Web schon garantieren, was in zehn Jahren ist.

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Wie schlimm das Ende eines solchen Anbieters sein kann, zeigte gerade der Fall Tr.im. Vor drei Tagen gab das Unternehmen bekannt, den Dienst einstellen zu wollen. Ein panischer Aufschrei ging durch das Web. Denn möglicherweise wären tatsächlich alle Links flöten gegangen. Jetzt folgt allerdings der Rückzieher. Techcruch.com berichtet: “Nambu will keep tr.im operating going forward, indefinitely, while we continue to consider our options in regards to tr.im’s future.”

Das Problem der meisten ShortURL-Anbieter ist, dass ihre Dienste nur sehr wackelige Businesspläne haben, da immer noch nicht klar ist, wie ihr Geschäftsmodell eigentlich aussehen soll. Eine interessante Idee verfolgt bit.ly. „Der URL-Verkleinerer bit.ly hat ambitionierte Pläne. Der Dienst verzeichnet jede Woche 150 Millionen Klicks und kann dadurch Stimmungen und Trends mehr oder weniger in Echtzeit registrieren. Auf Bit.ly Now werden die populärsten Links bald aggregiert und semantisch annotiert“, schreibt netzwertig.com.

Eine besonders elegante Lösung für das Problem Linkverkürzer präsentierte gestern Erik Hauth: “Frei nach der Devise, host yourself what belongs to you, habe ich eben shorty testweise installiert. Ein Script, das einen eigenen URLshortener ermöglicht. Unter s.ring2.de werden nun meine Links gekürzt und ihre Übersetzung zurück in echte Adressen verwaltet. Immerhin bin ich dann selber Schuld, wenn was schiefgeht.“

Jedes Unternehmen, dass sowieso einen eigenen Server unterhält, sollte sich tatsächlich in Zukunft gut überlegen, ob man nicht einen eigenen URLshortener installieren will.

11 Comments

  1. scheint als hättet ihr ein kleines Spam Problem in eurem Blog??

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  7. Test ist leider sehr niederschmetternd: shorty – free script für URL-Shortener ist unsicher – vergesslich und verwundbar http://www.ringfahndung.de/archives/shorty-fail #fail

  8. Den Trend zu eigenen URL Shortener konnte man bei einigen Diensten auch schon beobachten. thenextweb.com nutzt tnw.to. Flickr.com kürtzt mit flic.kr. Digg gibt ja auch schon länger die eigenen shorturls zu den beiträgen mit.
    Danke für den Link zu Erik Hauth!

  9. @kritischer Leser,

    der Ansatz das man nicht sehen kann was sich hinter einer Shortener URL also gekürzten URL versteckt mag berechtigt sein, aber aus Sicht desjenigen der Verlinkt werden möchte, zunächst einmal unerheblich. Es geht hier um die Optimierung der SEO (Search Engine Optimization) durch Linkbuilding und Linkjuice und damit auch der Steigerung des Traffics (Besucher auf der Website). Wir Websitebetreiber, SEOler, und Marketingleute betrachten das Thema aus der rein pragmatischen Seite. Und das ist eben Business. Wie Alexander schon sagt, ist ein plötzlicher Wegfall bzw. der Verweis der Links auf eine nicht zu erreichende Seite dann verheerend.

    @Alexander erstmal Danke für den tollen Beitrag, Dein Tipp jedoch ein eigenes Script auf den Servern der Firmen laufen zu lassen, macht meines Erachtens weniger Sinn. Dann reden wir davon, dass die Firmen URL herhalten muss. Und wer hat eine 3 oder nur 4-Stellige Domain? Da macht es mehr Sinn lediglich für den eigenen Shortener Service, eine eigene, kurze Domain irgendwo bei einem zuverlässigen Dienst hosten zu lassen.

  10. @kritische Leser,
    Ich gebe Ihnen völlig recht. Niemand würde einem Unternehmen einen Vorwurf machen, wenn der Linkkürzer Pleite geht. Auch wenn die Company keine Schuld trifft, ist der Effekt doch verheerend. Alle Verlinkungen sind weg.

    Danke & Gruß
    Alexander Becker (Ethority.de)

  11. Kurzurl-Dienste tragen das KURZ doch schon im Namen … Und genau so soll es auch mit den URLs sein. Man verlinkt eben einfach mal KURZ was, dessen Aktualität deutlich kürzer ist, als die Lebensdauer eines Kurzurl-Dienstens. Jemand, der seine gesamte Kommunikationsgrundlage auf Kurzurls fußen lässt, macht sowieso grundsätzlich etwas falsch.

    Nicht nur, dass die URLs nicht lange “leben”, sondern auch, dass niemand sehen kann, wohin sie gehen. In zeiten von VDS und Netzzensur durchaus ein kritischer Punkt, meiner Meinung nach noch kritischer als die Tatsache, das Kury-URLs definitiv NICHT für die Ewigkeit sind, sondern eben um schnell mal kurz was zu Verlinken, das nächste Woche schon wieder völlig egal ist.

    Abgesehen davon: Wer wird einem Unternehmen ernsthaft einen Vorwurf machen, dass die Links nicht mehr erreichbar sein, weil der Linkkürzer pleite ist? Allenfalls kann man das Unternehmen dafür kritisieren, dass sie ihre Kommunikationsgrundlage auf Kurzurls haben, nicht aber dafür, dass die Links nicht mehr erreichbar sind.

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