Schlämmer vs. Sonneborn: Zwei Altmeister des Guerilla-Marketings

By Alexander Becker
In August 5, 2009

Lange, bevor vor einigen Jahren der schicke Begriff des Guerilla-Marketings kreiert wurde, gab es in Deutschlands bereits absolute Könner in dieser Disziplin: Hape Kerkeling und der damalige „Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn.

Der junge Kerkeling gelang es mit seinen Maskierten-Auftritten als Königin Beatrix ganze Staatsempfänge ins Chaos zu stürzen. Zu einer ähnlichen Meisterschaft brachte es Sonneborn. Unter seine Regie als „Titanic“-Chefredakeur manipulierten die Redaktion im Jahr 2000 „durch eine Fax-Aktion mit einem gewollt dilettantischen Bestechungsversuch die Entscheidung des Weltfußballverbandes über den Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Die Enthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey, die auf die „Bestechungsfaxe“ zurückgeführt wurde, führte womöglich dazu, dass Deutschland den Zuschlag erhielt“, erklärt Wikipedia.

Am gestrigen Dienstag nun trafen die beiden Alt- und Großmeister fast direkt aufeinander, weil Sonneborn kurzerhand die Kerkeling-Pressekonferenz zu dessen neuen Kinofilm “Isch kandidiere” enterte. Bevor Kerkeling seine Kunstfigur Horst Schlämmer live in n-tv und bei n24 promoten konnte, saß auf dem Podium bereits jemand anderes – nämlich der gleichaltrige Sonneborn. “Ich begrüße Sie zur improvisierten Pressekonferenz von ‘Die Partei'”. Sonneborn gab sich betont staatstragend bis er den Sicherheitskräften flankiert der Bühne verwiesen wurde.

sonneborn
Sonneborns-Auftritt bei n24

Das war Guerilla-Marketing der Spitzenklasse. Auch wenn dafür der eine Spaßvogel dem anderem die Show stahl.

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