Wie werde ich meine Kunden los in zehn Tagen!?

By ethority - social media intelligence team
In Mai 13, 2009

In Social Media kann man viele Fehler machen. Wer wissen will, wie er seine Reputation möglichst schnell zerstört: Hier kommt die augenzwinkernde Anleitung.

1. Tag: Social Media verschlafen

Wer den Startschuss verpasst, läuft später immer hinterher.
Ist man nicht präsent, kann auch mal der gute Markenname durch andere benutzt werden, wie im Fall Suhrkamp-Verlag. Der PR-Berater Florian Siepert twitterte Fantasie-Tweets im Namen des Unternehmens. Aufgedeckt hat den Fake letztlich ein irritierter Follower – nicht der Verlag.

2. Tag: Social Media planlos in den Medienmix aufnehmen

In Social Media geht es zunächst immer ums Zuhören: Worüber spricht meine Zielgruppe, wo tut sie das? Nur so kann herausgefunden werden, über welche Kanäle und mit welchen Kommunikationsstrategien sie angesprochen werden sollte.

3. Tag: Social Media als zusätzlichen Vertriebsweg verstehen

Erfolgsmessung über herkömmliche Metriken ist kaum bis gar nicht möglich und neue Messmethoden stecken noch in der Entwicklungsphase. Von diesen Unklarheiten sollte man sich nicht entmutigen lassen. Social Media ist länger währender Prozess und kein zeitlich begrenztes Projekt. Und auch Erfolge brauchen oft eine Weile, bis sie erkennbar werden.

4. Tag: Social Media als Werbeschleuder missbrauchen

Wer zum Beispiel über den Corporate Twitter Stream nur Werbebotschaften laufen lässt, kann weiterhin allein auf klassisches Online-Markting wie Bannerschaltung setzen.
In nutzergenerierten Kanälen geht es um den Aufbau eines Dialoges und digitaler Beziehungen. Einweg-Kommunikation war gestern.

5. Tag: Aufgebaute Social Media-Kanäle nicht pflegen

Social Media Aktivitäten lassen sich nicht neben dem Tagesgeschäft erledigen. Die Betreuung der Kanäle sollte zu eigenen Aufgabenfeldern von geschulten Mitarbeitern werden. Wird eine richtige „Social Media Offensive“ geplant, sollte man in Erwägung ziehen, die Betreuung der Kanäle ganz an Profis wie spezielle Agenturen abzugeben.

6. Tag: Keine Social Media-Guidelines aufstellen

Mitarbeiter müssen heute darüber aufgeklärt werden, welche Konsequenzen sie erwarten, wenn sie Firmeninterna aktiv an die Öffentlichkeit bringen. Unüberlegte Äußerungen gehen mittlerweile blitzschnell um die Welt.

7. Tag: Unkalkulierte PR-Aktionen starten

Wer PR-Aktionen mittels Social Media Tools plant, sollte dringend berücksichtigen, wie enorm sich ein viraler Effekt auswirken kann. Sonst ergeht es dem Unternehmen bald wie dem Pharmakonzern Johnson & Johnson, der eine Kampagne wegen erboster Mütter stoppen musste.

8.  Tag: Reaktionen auf eigene Social Media-Aktivitäten nicht genügend beobachten

Wächst die Bekanntheit einer Marke oder eines Unternehmens, wird die Beobachtung unentbehrlich. Die Reputationsentwicklung muss beobachtet werden – notfalls mit Profi-Hilfe. Das ist oft das einzige Mittel um Krisen rechtzeitig zu entschärfen.
Fallbeispiele, in denen Krisen verschlafen wurden, gibt es viele: Amazon, KFC, Apple etc. etc.

9. Tag: Kein oder schlechtes Krisenmanagement betreiben

Ist die Krise erstmal da, wäre es in jedem Fall falsch sie zu ignorieren. Der Ruf ist nur durch möglichst schnelle und authentische Stellungnahmen zu retten, die nichtsdestotrotz wohl überlegt sein sollten, um weitere Image-Schäden zu vermeiden.

10. Tag: Nicht aus den eigenen Fehlern lernen

Spätestens beim Folge-Fauxpas erinnert sich das Netz wieder an alte Skandale und Krisen. Positiv für die Reputation und letztlich auf die Absatzzahlen wirkt sich das sicher nicht aus.

0 Comments

  1. Pingback: Wie werde ich meine Kunden los in zehn Tagen!? « Paseo Marketing Blog

  2. grad über twitter auf diesen artikel verwiesen. passt wunderbar zu meinem projekt, per twitter-pranger auf die schlechten beispiele des gzwitschers hinzuweisen.

  3. @David

    Hallo. Der Blogeintrag enthält ja schon indirekte Tipps, wie man es besser machen kann. Ist aber trotzdem eine interessante Anregung. Werd ich mir mal Gedanken drüber machen.

    Grüße,
    Nicole

  4. Schreibst du auch, wie man sich in 10 oder mehr Tagen noch interessanter für seine aktuellen und/oder künftigen Kunden/Follower machen kann?

    Beste Grüße, DP

  5. Wenn ich noch einen weiteren Punkt ergänzen darf:
    11. Geschäftliches und Privates vermischen, ohne hierfür vorab klare Regelungen im Unternehmen aufgestellt zu haben.

    Während social media davon lebt, dass auch sehr private Dinge oder private Belanglosigkeiten („holt sich noch nen Kaffee…“) getwittert werden, kann es dem Unternehmen nicht immer recht sein, dass solche Beiträge mit ihm in Verbindung gebracht werden. Umgekehrt werden Unternehmenstweets steril, wenn nur abgesegnete Unternehmensinfos getwittert werden. Deshalb: Erst klare Regelungen schaffen

  6. Vor allem der vierte Punkt wir dvon den meisten Unternehmen vollkommen beherzigt. Wer nur Links zu Inhalten der eigenen Website twittert, erzeugt nichts interessantes, sondern lediglich eine Kommentierte Linkliste – Von denen es bereits inige Million im Netz gibt.

    Und Werbebotschaften und „Empfehlungen“ … Ganz ehrlich? Letztendlich interessiert das doch auch niemanden.

    „Twitter-Spam“ wird genau so nicht beachtet, wie Werbebanner und verursacht vor allem zwei Dinge: unnötigen Netztraffic, und Kosten bei demjenigen, der den Kram betreibt.

    Da lobe ich mir ein Blog wie dieses: Statt hauptsächlich des typischen „Corporate-Krams“ gibt es hier auch immer mal wieder sehr lesenswerte Beiträge! Weiter so!

    Liebe Grüße,
    ein kritischer Leser

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