Digital Natives – Problemkinder in Unternehmen?

By ethority - social media intelligence team
In März 17, 2009

3 Informationen zu mir:

Ich bin nach 1980 geboren, mit digitalen Technologien aufgewachsen und offensichtlich auch in der Lage diese sinnvoll zu nutzen.

Was das über mich verrät? Ich bin ein Digital Native. Ich verbringe einen Großteil meiner Freizeit mit der Pflege meines digitalen Netzwerks und bei einer fehlenden Information sind instinktiv Google und Wikipedia die ersten Anlaufstellen.
Und damit bin ich nicht allein, nein, ich bin Teil der Generation Internet.

Im Privatbereich verletzt das keine althergebrachten Strukturen, aber sobald wir digitalen Eingeborenen in die Arbeitswelt eintreten, stellen wir unsere Vorgesetzten vor neue Herausforderungen.
Welche das sind und wie am besten mit ihnen umgegangen werden sollte, mit diesen und anderen Fragen setzen sich auch die Autoren des kürzlich veröffentlichten Buchs „Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen“ auseinander.

Grundlage dieser Publikation waren unter anderem Befragungen von Jugendlichen. Die zeigen zum Beispiel, dass viele Digital Natives die Qualität und Richtigkeit von Informationen aus dem Netz oft nicht genug hinterfragen.
Unter Umständen wird einem Wikipedia-Artikel ebenso vertraut wie einem Fachbuch. Je nachdem in welcher Branche der Digital Native arbeitet, kann dies nicht im Sinne des Arbeitgebers sein.

Eine andere Eigenschaft, die den im Sternzeichen Internet Geborenen quasi in die Wiege gelegt wird, ist das Interesse am Networken. Den neuen Überlegungen im Bereich der Unternehmensführung – Stichwort Enterprise 2.0 – kommt das enorm entgegen. Der Digital Native ist es gewohnt, sein Wissen zu teilen und Lösungen im (digitalen) Team zu erarbeiten. Der Einsatz von Social Media Tools mit dem Ziel, den Informationsfluss und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit im Unternehmen z.B. durch Wikis zu verbessern, wird bei den jüngeren Mitarbeitern schnell auf Akzeptanz und Interesse stoßen.

Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Internet- und Networking-Affinität der jungen Mitarbeiter auch aus privaten Beweggründen ausgelebt wird – während der Arbeitszeit. Kontrolle bis hin zu Sperrungen von Internet-Angeboten für die Angestellten ist aber kaum lückenlos möglich. Stattdessen schüren solche Maßnahmen eher Missmut und Vertrauensverlust zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Die wirksamste Möglichkeit das zu verhindern, ist natürlich die Mitarbeiter ausreichend zu motivieren. Dann verspüren sie erst gar nicht den Wunsch, in der Arbeitszeit privaten Online-Aktivitäten nachzugehen.

Der Generationswechsel im Arbeitsleben birgt also Herausforderungen, sowohl für die Personalleitung als auch für die jungen Mitarbeiter. Werden diese allerdings erkannt und engagiert angegangen, können sich auch Vorteile für beide Seiten daraus entwickeln. Wichtig ist und bleibt ein lebendiger Austausch von Meinungen, Problemen und Wünschen und die Bereitschaft mit den Veränderungen Schritt zu halten und nicht zwanghaft in alten Strukturen zu verharren. Dann klappt es bestimmt auch mit den Digital Natives.

0 Comments

  1. Schön einen (Leidens)Genossen, sorry -Genossin gefunden zu haben. Es geht also vielen so lol

  2. Wie bei allem im Leben gibt es natürlich auch dabei Ausnahmen 😉 Gibt ja auch junge Menschen, die sich z.B. nicht für Social Networks erwärmen können. Und dann eben auch “ältere Menschen”, die sich mit Begeisterung den Social Media verschrieben haben.

  3. bin vor 1980 geboren und habe trotzdem die selben Probleme. X(

  4. Gerade heute wieder schmerzhaft erlebt… dgmnit!

  5. Sic!

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