Der Gewinner heißt Twitter

By Alexander Becker
In März 15, 2009

Später. In einigen Wochen oder gar Monaten, werden wir uns sicher sein: Der Amoklauf von Winnenden verschaffte hierzulande Twitter zu seinem ersten Durchbruch. Der Grund dafür ist nicht, dass es keine zwitscherten Augenzeugen der Tragödie gab, nicht weil die deutschen Medien zum ersten Mal Twitter als Live-Ticker nutzen, auch nicht das sie sich dabei so manches mal im Ton vergriffen und vor allem nicht, weil Twitter weit früher als die Presse und die Polizei wusste, dass die angebliche Web-Ankündigung der Bluttat ein Fake war.

Den Durchbruch verdankt der Microblogging-Dienst einzig und allein der Tatsache, dass alle Medien über Twitter berichten. Jetzt kommt dem Start-up zu Gute, dass ein Großteil seiner lediglich 27.000 aktiven deutschen Nutzer Blogger, PRler, Werber und eben Journalisten sind. Die Print-, Online- und TV-Jungs lieben Twitter schon lange, jetzt dürfen sie endlich auch offiziell über ihr kleines geheimes Hobby reden.

Die Journalisten, die Twitter nicht nutzen, ergo es auch nicht mögen (Der Microbloggin-Dienst ist einer der Fälle, die man nur lieben oder verachten kann), berichten auch, jedoch kritisch. Das macht bekanntlich aus PR-Sicht erst einmal keinen Unterschied. Die Hauptsache, es wird über ein Produkt geredet.

twitter

Während Twitter hierzulande auf dem Weg vom Geheimtipp zum populären Geheimtipp ist, startet der Dienst in den USA gerade voll durch. Im Februar besuchten nach den neuesten Comscore-Zahlen vier Millionen Nutzer Twitter.com. Im Januar waren es 2,6 Millionen User. Damit gelang dem Start-up innerhalb von vier Wochen ein Wachstum von 55 Prozent.

Leave A Comment