Mark Pohlmann: Die Social-Media-Liebe und der Zwang zu mehr Professionalität.

By Alexander Becker
In Januar 25, 2009

Woran erkannt der geübte Social Media-Kenner die Qualität eines Vortrages? Ganz einfach: Wenn kaum einer der Anwesend, während der Ausführungen twittert. Je gebannter die Zuhörer bei der Sache sind, desto ruhiger das virtuelle gezwitscher. Bestes Beispiel für diese – durchaus gewagte Theorie – war Mark Pohlmann Eröffnungsrede des ersten Hamburger Social Media Clubs. Für 20 Minuten nutze kaum ein Teilnehmer sein Handy. Für 20 Minuten gibt es kaum einen 140-Zeichen-Eintrag mit dem Hashtag #smchh.

Mark Keynote trug die Überschrift: „Reden reicht nicht. Von der Liebe zu Social Media zum Zwang zu mehr Professionalität”. Ziel der Ansprache war es, zu mehr Aktion und mehr Diskussion aufzurufen. Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Kernsätze:

„Wir sind hier, weil wir die Frage beantworten wollen: Wie lässt sich die Social Media-Flamme entfachen.“

„Die wichtigste Aufgabe für Social Media ist Matching. Wir müssen die Brücken bauen, damit sich Gleichgesinnte treffen und vernetzten können.“

„Aufregen ist die Triebfeder des bloggens.“

„Wenn wir uns aufregen verschwinden wir ganz im Hier und Jetzt.“

„Wir sind uns selbst genug. Wir geben nichts und kriegen deshalb auch nichts. Einzige Ausnahme ist Wikipedia.“

„Leider lieben wir das Tool mehr, als die Dinge, die wir mit ihm bewegen können.“

„Wir müssen aufhören Twitter über die 140-Zeichen zu erklären. Keiner sagt: Die Tagesschau geht 15 Minuten.“

„Ich wünsche mir mehr Kommentare, die eine weitere Information beisteuern, als eine weitere Einzel-Meinung.“

„Es werden einfach zu wenige Probleme thematisiert. Die Beobachter Position ist scheiße.“

„Wir müssen eine eigene Meinung entwickeln. Eigene Geschichten erzählen.“

„Wir müssen mehr Wissen vermitteln.“

„Wir müssen rausgehen und Externe zu Internen machen.“

0 Comments

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  2. @Tim
    Ach. Das Fegefeuer muss man gar nicht androhen. Die Social Media-Verweigerer werden schon sehen, was sie davon haben 😉

  3. Das hätte auch der Papst leicht abgewandelt zu seinen Gläubigen sagen können. Mark P. ist ein veritabler Prediger. Wie wäre es denn noch mit der Androhung des Fegefeuers für diejenigen, die Social Media ignorieren?

  4. Ich stimme Martin bei seiner Einschätzung völlig zu. Wer im Bereich Social Media Marketing erfogreich sein möchte, muss den selbstreferenzierende Kreis der Social Media durchbrechen. Wie Mark schon meinte, wir dürfen bei Kunden nicht von Tools sprechen, sondern von Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Kunden.

  5. „Stell dir vor du gehst in dich – und keiner ist da!“ war vor kurzem ein Spruch des Tages bei Twitter. Authetizität, Verständnis und Realitätsnähe für die Welt ‚da draußen‘, sprich die Unternehmensdenke, ist entscheidend. Vorausgesetzt die Social Media Szene will keine Community für sich selbst werden. Das Feuer entfacht, wenn es genug Sauerstoff bekommt…

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  7. Wir müssen in uns gehen und das Innere zum Äußerem machen.

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