Trend 2009: Entfreunden- Qualität statt Quantität im Social Graph

By ethority - social media intelligence team
In Januar 11, 2009

Ein großer Trend im Bereich der täglichen Nutzung von Social Media wird dieses Jahr sicherlich das Entfreunden sein. Burger King hat diesen Trend schon antizipiert – werde 10 Facebook Freunde los und bekomm ein Whooper gratis. Ich frage mich immer wieder, wenn ich auf xing etc. unterwegs bin: wer zum Teufel ist in der Lage bei über 1000 Businesskontakten wirklich von tatsächlichen Kontakten zu sprechen, oder, wie erfasst man einen Twitterstream, der mehr als 1000 Streams folgt? Vielleicht gilt in Social Media, wie auch in der Welt außerhalb von Social Media: Weniger ist manchmal mehr.

Für Charlene Li ist die Entschlackung von Followern und Facebook „Freunden“ daher ein Trend für das Jahr 2009:
Having thousands of friends becomes „so 2008“ and defriending becomes the hot new trend, driven by overwhelming rivers of newsfeeds. The movement is rooted in a desire to have quality, not quantity, as people cocoon in the face of the economic crisis. Facebook apps will emulate Twitter Grader, allowing you to prioritize your friends based on their overall social ranking — and prune safely to ensure the highest quality friends.

Auch Peter Blackshaw von consumergeneratedmedia.com sieht eine ganz ähnliche Entwicklung für das  Jahr 2009:
Many of us will feel compelled to join the social media equivalent of Weight Watchers, eager to trim the excess and rediscover a modicum of don’t-follow-everything discipline.
Diese Entwicklung ist meiner Meinung nach völlig richtig. Ein Social Graph ist doch eigentlich nur dann wirklich funktional, wenn man mit seinen virtuellen Kontakten wenigstens im Ansatz kommuniziert. Eine solche Kommunikation muss natürlich weit über das bloße Betätigen des Bestätigungs-Buttons hinausgehen. Ich finde es schon schwer genug meinen vergleichsweise kompakten Twitterstream im Auge zu behalten oder zu all meinen facebook, xing, studiVZ, linkedin oder neuerdings HORIZONTpeople Kontakten in einem konstruktiven Dialog zu stehen. Mittlerweile entsteht eine alltägliche Informatiotsflut, welche zu einem großen Teil völlig irrelevant ist. Es sind wahrscheinlich Tools, wie das schon erwähnte TwitterGrader oder Benedikts Twitterfriends, nötig, um eine längst überfällige Netzwerkoptimierung durchzuführen. 2009 wird es also Zeit, sich der Social Graph Watcher-Bewegung anzuschließen, um seine Vernetzung wieder zu stärken.

0 Comments

  1. Pingback: Google, Twitter, Coca-Cola und Barack Obama: Weekender KW 47 - ethority weblog

  2. Facebook war die Sache jetzt wohl doch zu heiß…
    http://www.techcrunch.com/2009/01/14/facebook-blows-a-whopper-of-an-opportunity/

    1. Was ein Erfolg für Burger King 233,906 friends were removed by 82,771 people in less than a week und was für eine bescheidene Begründung von facebook für ihren Rückzieher.

  3. Hi Markus,

    sicher macht es aus Geschäftssicht Sinn ein erweitertes Netzwerk zu pflegen, wenn diese Kontakte auch über die Peripherie hinausgehen.

    Doch sind einer Peripherie sicher auch Grenzen gesetzt. Ich denke das auch der passive Empfang von jobrelevanten News > 1000 Kontakten nur schwerlich zu handeln.

    Guy Kawasaki ist ein echtes Phänomen. Mein persönlicher Twitterheld ist aber Richard Binhammer von Dell, schnellere Reaktionszeiten habe ich noch nie erlebt. Vielleicht nutzen die ja eine hochentwickelte Social Media Monitoring-Lösung 😉

  4. Hallo David,

    Aus der Evolutionspsychologie und der Soziobiologie ist die „Regel der 150“ bekannt – etwa 150 soziale Kontakte, die Primaten semi-regelmässig aufrecht erhalten können. Alles andere ist „Peripherie“.

    Trotzdem macht eine weitergehende Vernetzung (z.B. für den passiven Empfang von jobrelevanten News) natürlich Sinn.

    Dass der trend trzdem zur Ausdünnung und Verchlankung verstopfter sozialer Netzwerke gehen wird, ist anzunehmen. Da muss man sich nicht nur die geniale BK-Kampagne ansehen, sondern auch die zunehmende Einsicht vieler Twitter-Nutzer, dass man eben NICHT jedem reziprok folgen kann.

    Wie Guy Kawasaki seinen Twitter-Stream so scant, dass er ab und an tatsächlich auf @Tweets ANTWORTET, wird mir deshalb immer ein Rätsel bleiben…

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