Die sechs Social Media Effekte für Unternehmen

By ethority - social media intelligence team
In Dezember 1, 2008

Heute bin ich über ein Posting im Strategy Web gestolpert. Unter anderem führt Martin in seinem sehr guten Beitrag sechs Effekte für Unternehmen auf, die sich an digitalen Gesprächen in Social Media beteiligen. Die Effekte sind:

Der Multiplikator-Effekt
Social Media eröffnet Zugänge zu Interessenten, Kunden sowie Partnern und vervielfältigt die Informationsaufnahme / -vergabe sowie die Unternehmenskommunikation und das Brand.

Der Globalisierungs-Effekt
Die geografischen, mentalen und psychologischen Entfernungen zu Kunden werden aufgebrochen und ermöglichen eine glaubwürdige Kontaktaufnahme zur Zielgruppe.

Der Networking-Effekt
Die Vernetzung zwischen dem Unternehmen, Kunden, Interessenten und Partnern nimmt zu und eröffnet neue Märkte – siehe Cluetrain Manifest: Märkte sind Gespräche!

Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Die Qualität der Produkte und Services wird nicht aus interner Sicht verbessert, sondern aus Sicht des Marktes und der Abnehmer. Dies verhindert eine Produkt- und Entwicklungsstrategie, die am Markt ‚vorbeiläuft‘.

Der Sales Funnel-Effekt
Menschen kaufen von Menschen: Die Vernetzung der Menschen untereinander erschließt dem Vertrieb (u.a. durch Mundpropaganda) ein nahezu unendliches Kunden-Potential.

Der ‚Vermenschlichungs‘-Effekt
Unternehmen wirkten auf Kunden über Jahrzehnte wie undurchdringliche Konstrukte, die nach vorgegebenen Strukturen funktionieren und denen mit menschlichen Gebärden nicht beigekommen werden kann. Dies ändert sich seit dem Social Media Trend: Kunden realisieren Menschen hinter dem ‚Werkeln‘ und Aktionismus der Unternehmen.

Besonders der Multiplikator Effekt ist einer der entscheidenden Effekte im Bereich der Unternehmensnutzung von Social Media. Gerade dieser Effekt ist einer der Hauptgründe wieso Unternehmen sich mit dem Einsatz von Social Media in Deutschland immer noch so schwer tun. Die Kommunikationsplattformen von Social Media können Unternehmens- oder Produktnachrichten epidemisch verbreiten – schneller und reichweitenstärker als es die klassischen Medien können.
Auch wenn das folgende Beispiel nicht aus der Welt der Marken- und Unternehmenskommunikation stammt, so zeigte die Twitteraktivität in Bezug auf die Terroranschläge in Mumbai oder auf das letzte Erdbeben in Indonesien, wie schnell sich Nachrichten multiplizieren können. Dieser Multiplikatoreffekt kann also Segen und Fluch zugleich sein. Doch sollten sich die Kommunikationsverantwortlichen über eines im Klaren sein. Über ihr Produkt oder Unternehmen wird in Social Media gesprochen, egal ob sich die Verantwortlichen für oder gegen eine Partizipation entscheiden.

Eine ganz neue Komponente birgt Martins Vermenschlichungseffekt. Darüber habe ich direkt noch nie nachgedacht, aber die Idee scheint plausibel. Der Kunde bzw. der Konsument sieht beim Dialog nicht den anonymen Call Center Agent etc, sondern im besten Fall ein Twitter- oder Social Network Profil mit Bild und Namen eines Ansprechpartners. So ist es für die Kunden des amerikanischen Kabel-TV Anbieters Comcast zum Beispiel Frank Eliason den sie mit der Marke Comcast auf Twitter in Verbindung bringen. Social Media macht ein Produkt und ein Unternehmen vielmehr zu einer tatsächlichen Person und weniger zu einer Blackbox.

Bei den Effekten die der Einsatz auf die Produktentwicklung und den Salesprozess hat, kann ich nur zustimmen. Ich würde aber den Word of Mouth Effekt eher dem Networking Effekt zuschreiben. Denn es sind die Gespräche der Kunden untereinander, die zu Kaufentscheidungen führen. Vielmehr ist im Umfeld von Social Media der Prosument idealerweise derjenige, der den Salesprozess selbstständig übernimmt.

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