Finanzkrise – Untergang der Tageszeitung?

By ethority - social media intelligence team
In September 30, 2008

Nicht genug, dass momentan das internationale Finanzsystem ins Wanken gerät, Duncan Riley sieht in der aktuellen und globalen Finanzkernschmelze einen Untergangskatalysator für eine ganz bestimmte Branche. Für den Inquisitr Blogger beschleunigt die aktuelle Finanzkrise den Untergang der Print Medien, da die Marketer nicht mehr gewillt sind, ihre knappen Budgets für teure Printkampagnen zu belasten:

Newspapers suffered a 14% drop in revenue in the first half of 2008, continuing a downward trend starting in early 2006. The biggest contributor to the decline has been the rapid disappearance of advertising, down a whopping 35.2% for the first half of the year…and this is before the current financial crisis. All the external factors in the economy suggest that advertising spending will contract in the second half of the year at a rate higher than the first half of the year, and heritage media, and particularly newspapers will take a huge hit. Advertising doesn’t stop in a recession, but data shows that advertisers get smarter with their ad buys, and search advertising is the biggest beneficiary.

Sicherlich wird die aktuelle Finanzkrise auch tiefe Spuren bei den Anzeigenverkäufen im Bereich der Tageszeitungen hinterlassen. Ich sehe es ähnlich – Tageszeitungen werden es in der Zukunft schwer haben. Die Antriebsfeder des langsamen Niedergangs der Print Tagespresse liegt hauptsächlich an der sich verändernden Mediennutzung. Die abnehmenden Auflagen der Print Tageszeitungen sprechen Bände. Die IVW Zahlen zeigen für Tageszeitungen in Deutschland in den letzten 10 Jahren ständig sinkende Auflagenzahlen. Dagegen haben sich die Zugriffe auf die durch die IVW untersuchten Onlinemedien in dem letzten Jahr in Deutschland verdoppelt.

Die Nachrichten Tageszeitungen sind im Onlinezeitalter immer von Gestern. Das liegt in der Natur der Dinge und wird sich auch im klassischen Konzept der Tageszeitung nicht ändern lassen. Das immer wieder gern angeführte Argument, dass Tageszeitungen besser recherchierte Hintergründe hätten, halte ich nicht für beständig. Die Informationstiefe im Internet reicht völlig aus, um mit dem Informationsgehalt einer klassischen Tageszeitung mitzuhalten. Darüber halte ich einen durchschnittlichen Tageszeitungsleser dazu befähigt, die Informationsflut für seine Zwecke zu verdichten.
Wenn Marketer ihre Printbudgets reduzieren und ihre Onlinebudgets aufstocken, liegt es also weniger an volkswirtschaftlichen Krisen, sondern eher daran, dass sie mit ihrer Markenbotschaft auch in Zukunft ihre Zielgruppe erreichen möchten.
Wenn Duncan aus der Krise heraus eine Chance für die Onlinemedien und Kommunikationsplattformen sieht, vergisst er einen entscheidenden Punkt Die Startups, von denen er in diesem Artikel spricht, sind zu einem großen Anteil von Venture Capital abhängig. Diese Kapitalgeber arbeiten mit großen Investmentbanken zusammen. Falls es die Investmentbanken noch gibt, werden jene, die nun Geschäftsbanken sind, in Zukunft sicherlich nicht mehr so spendabel im Bezug auf Venture Captial sein. Daher wird es fraglich sein, ob die so stark auf Fremdkapital angewiesenen Startups aus dieser Krise Kapital schlagen können.
Doch langfristig und ganz unabhängig von Finanzkrisen, die Mediennutzung verschiebt sich und damit auch die Marketingbudgets. Ob es Konzepte geben wird, die es Tageszeitungen ermöglichen, diesen Trend zu brechen, bleibt abzuwarten.

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