US-Staatsanwaltschaft nutzt Social Networks

By ethority - social media intelligence team
In Juli 21, 2008

Nachdem bereits Politiker und Berufsbewerber über ihre Netzwerk Aktivitäten gestolpert sind, hat nun auch die Justiz die Social Networks als Ermittlungs- Medium für sich entdeckt. Dieses ist in Providence / USA geschehen, Gegenstand der Ermittlung war ein laufendes Verfahren gegen einen 22-jährigen, der im betrunkenen Zustand mit einem Auto eine Frau angefahren hatte und diese dabei schwer verletzt hat. Im Verlauf der Ermittlungen stieß der Staatsanwalt auf Fotos in Facebook, die nicht gerade für eine gute Reputation des Beschuldigten sprachen.

Der Staatsanwalt fand Bildergalerien, die den jungen Mann zwei Wochen nach seiner betrunkenen Unfallfahrt zeigten. Der Beschuldigte sieht auf den Fotos aber keineswegs betrübt oder von einem schlechten Gewissen getrieben aus, sondern vielmehr amüsiert er sich kräftig auf einer Halloween-Party. Dort war er mit einem Häftlingsanzug und einem T-Shirt mit der Aufschrift „Reuevoll?“ kostümiert. Der Staatsanwalt nutzte schließlich diese Partybilder um dem Gericht einen Eindruck vom Beschuldigten zu vermitteln, welches ihn als reuelosen jungen Mann darstellt, der lustig auflebt während das Unfallopfer schwer verletzt im Krankenhaus liegt.
Das Gericht teilte schließlich die Meinung des Staatsanwalts und schickte den jungen Unfallfahrer dank seiner Facebook-Bilder für zwei Jahre ins Gefängnis. Der Richter sagte über den Einfluss der Bilder auf seine Entscheidung:

“I did feel that gave me some indication of how that young man was feeling a short time after a near-fatal accident, that he thought it was appropriate to joke and mock about the possibility of going to prison”

Dass Bilder von Social- Networks auf diese Weise genutzt werden ist in den USA nichts Neues. Ein ganz ähnlicher Fall fand auch schon im kalifornischen Santa Barbara statt. In diesem Fall brachten MySpace Bilder die Beschuldigte für 2 Jahre in Haft. Mittelfristig ist bestimmt nicht zu erwarten, dass Social Networks in der Zukunft zum Ermittlungsalltag US-amerikanischer, geschweige deutscher Behörden werden. Doch zeigt auch dieser Fall wieder einmal, dass man in den nutzergenerierten Medien keine Privatsphäre erwarten darf. Jeder User muss und soll sich darüber im Klaren sein, dass nur ein bewusster Umgang mit den Kommunikationskanälen der nutzergenerierten Medien vor etwaigen Reputationsschäden schützen kann.

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