Nielsen Studie belegt: Mobiles Marketing im Kommen

By ethority - social media intelligence team
In Juli 10, 2008

Nielsens neueste Studie hat den Markt für das mobile Internet analysiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, zumindest für den US Markt, dass mobiles Internet auf dem Vormarsch ist. Waren in den USA im Jahr 2006 bereits 22, 4 Millionen US Handynutzer regelmäßig mit ihrem Telefon online, so sind es heute schon 40,4 Millionen User. Die Anzahl der User, die einen mobilen Internetzugang in ihrem Handyvertrag mit gebucht haben, diesen aber nicht nutzen, liegt bei über 90 Millionen. Demnach sind also 15 % der gesamten US-amerikanischen Handynutzer mit ihrem Mobiltelefon aktiv im Internet unterwegs. Mit diesem Marktanteil belegen die USA in der Nielsen Studie den weltweiten Spitzenrang. Dicht gefolgt wird der US Markt, in dieser Studie, in Bezug auf die Marktpenetration, von Großbritannien mit 12.9 % und Italien mit 11.9 %. Deutschland liegt in diesem Vergleich mit 7.4 % hinter Thailand auf dem siebten Platz.

Besonders überraschend ist in dieser Studie das Ergebnis bezüglich der bevorzugten Handymodelle der US-Amerikaner und Europäer. Die US-Amerikaner bevorzugen für die mobile Internetnutzung das Motorola RAZR/RAZR 2 mit einem Marktanteil von fast 10 %. Dieses Fabrikat liegt unangefochten vor dem IPhone mit 4 % Marktanteil auf dem ersten Platz, gefolgt von 2 Blackberrie Produkten mit jeweils 2 % Anteil. In Europa dagegen überrascht das Ergebnis nur wenig. Die Europäer lieben anscheinend Nokia. Der Liebling der Nutzer des mobilen Internet ist das N95 mit 5 % gefolgt vom N70 mit 4 %. Auf den Plätzen folgen dann das Motorola RAZAR/RAZAR 2 und das Sony Ericsson K800i.

Diese Zahlen sollten Marketer eigentlich aufhorchen lassen. Bei den Wachstumsraten die das mobile Internet in den USA auf die Straße bringt, sollten sich Marketingstrategen ernsthaft mit dem Thema mobiles Marketing auseinandersetzen. Dabei kann es sich aber nicht bloß um das Verschicken von Massen-Kurzmitteilung gehen, vielmehr müssen Methoden entwickelt werden, die den Nutzern einen klaren Mehrwert vermitteln und dabei noch auf ein Handydisplay passen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit virtuellen Coupons, die man auf seinem Display dargestellt, in Modehäusern, Kaufhäusern einlösen kann? Die technische Umsetzbarkeit sollte mit speziellen Einlesegeräten, wie sie auch von der Deutschen Bahn genutzt werden, kein größeres Problem sein.

Grundsätzlich ist der Erfolg von Marketing über das Handy an eine Vorraussetzung gebunden. Die Kosten für den Endverbraucher in Bezug auf die mobile Breitbandnutzung müssen drastisch sinken. Der Erfolg des mobilen Internets in den USA ist klar auf den Umstand zurückzuführen, dass dort die mobile Internetnutzung nur ein Bruchteil von den Preisen in Europa kostet.

Eine Frage die ich mir beim Lesen dieser Studie gestellt habe: Wo ist denn bitte Japan? Wieso lässt Nielsen Japan außen vor? Dabei ist Japan einer der interessantesten Märkte in diesem Bereich. Der japanische und südkoreanische Markt sind in diesem Sektor State of the Art. Nach einer Studie von Capgemini aus dem Jahr 2007 waren bereits zu diesem Zeitpunkt 55 % der Handynutzer in Japan aktiv im mobilen Web. In Japan wurden bereits im Jahr 2003 flächendeckend Flatrates für mobiles Breitbandinternet angeboten, ähnlich verhält es sich für Südkorea.

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