comscore bekommt große Konkurrenz

By ethority - social media intelligence team
In Juni 30, 2008

Der Himmel über comscore verdunkelt sich, so könnte man es vermuten nachdem Google vergangene Woche sein neues Tool Ad Planner präsentierte. Die Veröffentlichung von Googles neuestem Angebot stürzte die comscore Aktie um 25 % in den Keller. comscore ist einer der weltweit führenden Anbieter für Webanalysen im Internet. Durch große Online-Panels kann comscore das Surfverhalten von Konsumenten relativ exakt erfassen und hiermit ist der kostenpflichtiger Schlüssel zu einem effektiven Online Marketing geschaffen worden.
Doch seit letzter Woche hat Google den Ring der Mediametric Anbieter betreten und bietet vermarktungswilligen Kunden mit Ad Planner ähnliche Zahlen wie comscore an. Ein großer Unterschied des Google Angebots zum comscore Angebot ist, dass der Internetriese aus Mountain View die für das erfolgreiche Online-Marketing so wichtigen Zahlen gratis an Interessenten vergibt. Man mag vermuten, das dieses Gratisangebot der Markt räumen wird. Doch gibt einen einen sehr schwerwiegenden Unterschied zwischen den beidern Angeboten.

Diese Differenzierung liegt in der Tranparenz der Datengrundlage. Die Verantwortlichen von comscore haben ihre Methode von dem US amerikanischen Media Rating Council überprüfen lassen. Dieser amerikanische Interessenverband hat es sich zur Aufgabe gemacht hohe Qualitätsstandards an Messmethoden für die Mediennutzung anzulegen um Folgendes zu erreichen:

Secure for the media industry and related users audience measurement that is valid, reliable, and effective.

Die Google Standards sind dagegen nicht durch den Media Rating Council geprüft worden. Es ist auch völlig unklar, wo genau Google die Daten für den AD Planner aus seinem immensen Datenpool herauszieht.
Dieser Umstand sollte eigentlich ein Vorteil für comscore sein, denn Industriestandards heben die Qualität eines Produkts auf ein verlässliches Niveau. Für solche Standards gilt der Grundsatz der Transparenz , um in diesem Fall die Validität der Daten überprüfen zu prüfen.
Im Fall von Ad Planner ist eine solche Überprüfung noch nicht möglich. Darüber hinaus könnte man Google auch unterstellen, dass der Suchmaschinenanbieter aus Kalifornien kein ehrlicher Makler ist und versucht vornehmlich in den eigenen Angeboten Werbung zu verkaufen. Schließlich sollte man besser nicht den Bock zum Gärtner machen und daher das Erheben von Nutzerdaten zu Vermarktungszwecken unabhängigen Unternehmen überlassen. Auf jeden Fall bleibt es abzuwarten, ob die großen Vermarkter lieber auf das undurchsichtige Google Angebot zurückgreifen wollen und doch eher auf die für jeden nachvollziehbare kostenpflichtige Methode nach den Statuten des Media Rating Councils.

Leave A Comment