Die NY-Times bricht den Stab über Jerry Yang

By ethority - social media intelligence team
In Juni 15, 2008

Gestern sprach die NY-Times sprach ihr vernichtendes Urteil über den Yahoo CEO Jerry Yang aus. Die Tage als Vorstandsvorsitzenden von Yahoo scheinen für den Mitbegründer des Internetriesen gezählt zu sein. Zumindest wird es für den Aufsichtsrat von Yahoo schwer werden, nach dem gescheiterten Deal mit Microsoft und der schlechten Presse, noch weiter an ihrem CEO festzuhalten.

A takeover by Microsoft was your last, best hope of rewarding your long-suffering shareholders. Now that opportunity is gone. It says here Mr. Icahn is not going to go as gently into the night as Mr. Ballmer did — and if I were a betting man, I would be taking odds that your days as Yahoo’s C.E.O. are numbered.

Harte Worte von der NY-Times, dennoch sind es Worte die den Nagel auf den Kopf treffen. So hat sich der Yahoo Vorstand im Verlauf der Verhandlungen mit Microsoft von einem völlig unangebrachten Evil Empire – Reflex treiben lassen. Dieser Reflex veranlasste die Yahoo Verantwortlichen dazu, die Avancen von Microsoft mit allen Mitteln abzuwehren.
Obwohl Microsoft zwischenzeitlich für die Aktie mehr als 62 % über dem tatsächlichen Börsenwert geboten hatte, schaffte es das Team rund um den Yahoo Gründer die Pille für Microsoft so bitter zu machen, dass Herr Ballmer sich schließlich gegen das Geschäft mit Yahoo entschied. So schmiedete Jerry Yang unter anderem eine Art Sozialplan, der im Fall einer Übernahme von Yahoo die 14.000 Yahoo Angestellten absichern sollte. Der Plan war aber so überzogen, dass es deutlich wurde, dass es hierbei Yang weniger um das Wohl seiner Mitarbeiter ging, sondern mehr um die Abwehr von Microsoft. Grundsätzlich muss man Yang aus Sicht des Shareholder Values ein Versagen attestieren. Er hat die Anleger und Aktieninhaber von Yahoo-Papieren um eine Menge Geld gebracht. Es war ja nicht gerade so, dass der Aktienkurs eine klar steigende Tendenz aufgewiesen hätte, und dass Yang aus diesem Grund mehr Geld für die Börsenpapiere von Microsoft verlangen konnte. Wie lange Herr Yang seine Position gegen einen, um es nett auszudrücken, unzufriedenen Großaktionär Icahn behaupten kann bleibt abzuwarten.

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