Meinungsbild. Die Blogophäre über den Microsoft-Verzicht

By Alexander Becker
In Mai 5, 2008

Heute werden die Yahoo-Aktien fallen. Das ist dann – so brutal ist das Geschäft – der ideale Zeitpunkt für den nächsten Übernahme-Versuch. Nur wer wird es sein? Murdoch, Google, Time Warner, eine Heuschrecke?

Bis dahin analysiert die Blogophäre Microsofts Übernahme–Verzicht. Hier eine Übersicht:Turi2 schreibt: "Lachender Dritter ist Google, dessen führende Position im Web unangefochten bleibt und das zudem aussichtsreiche Kooperationsgespräche mit Yahoo führt. Und wo investiert Microsoft die 50 Milliarden Dollar, die für Yahoo bereitlagen? Insider tippen auf Facebook, AOL, IAC, CNET, Twitter, Digg und/oder Meebo.“

Andreas Göldi analysiert: "Microsoft steht jetzt — wie schon vor dem Angriff auf Yahoo — ohne überzeugende Internetstrategie da, nur mit noch weniger Glaubwürdigkeit. Die Durchhalteparolen von Ballmer, dass man es auch alleine schaffen kann, glaubt ja wohl niemand. Microsoft hat seit Jahren mit seinem Internetgeschäft nur Geld verloren und hat es trotzdem nicht auf einen nennenswerten Marktanteil gebracht. Die Marktstellung des Softwareriesen erodiert an allen Fronten."

Thomas Knüwer erregt sich: "Für die Vertreter des Aktienmarktes ist so etwas unvorstellbar. Und damit auch für viele Journalisten, für die Analysten häufig die einzige kundige Quelle sind. Morgen wird es eine Menge Kommentare geben, die Yahoo bescheinigen, dass sie schon bald nicht mehr um einen Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen umhin kommen. Doch stimmt das? Dahinter steckt oft krudeste Annahmen, die mit klassischer Betriebswirtschaft wenig zu tun haben.“

Nico Lumma meint: "Yahoo hat also erst einmal erreicht, was es wollte, steht nun allerdings nachwievor nicht so doll da, nur eben ohne potentiellen Partner. Microsoft muss jetzt alleine diese Sache mit dem Internet hinbekommen, das wird ein langer und zäher Weg werden, denn in der Vergangenheit hat Microsoft bislang vor allem gezeigt, dass das Netz nicht gerade das natürliche Habitat für das Unternehmen darstellt. Google wird zufrieden sein, neben dem Zuwachs beim vermarktbaren Inventar ist es auch ganz praktisch, weiterhin zwei kleinere Konkurrenten zu haben als einen großen.“

Cem Basman weiß zu erzählen: "Das gleiche Schema seit einem Vierteljahrhundert. Eine alte Businessregel von Microsoft lautet: embrace, extend, extinct. Weiss ich noch von meinen alten Tagen.Umarme zunächst deinen Wettbewerb und versuche, ihn für dich zu gewinnen (embrace), kooperiere und erweitere die Geschäftsbeziehungen mit ihm anschliessend (extend) und wenn du ihn dann am Ende nicht schlucken kannst, dann dräng ihn aus dem Markt und mach ihn platt (extict). Todsicher.“

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