Blog-Trend: Kurznachrichten

By Alexander Becker
In April 3, 2008

Seit ein paar Monaten zeigt sich ein neuer Trend in den Deutschen Blogs. Immer mehr Autoren setzten auf Kurznachrichten bzw. Posting, in die sie mehrere kleine Meldungen mit nur einem Satz und einem Link packen. Einer der Vorreiter dieser Methode war Peter Turi, der mit Hilfe dieser Technik versucht das Tagesgeschehen der Medien-Branche zusammenzufassen. Mehrere Gründe, sind diesen neuen Trend verantwortlich:

         Die Schnellschuss-Links, wie sie der Werbeblogger nennt, erfordern weniger geistige Eigenleistung. Der Autor muss sich keine Gedanken machen, wie er über welches Thema schreiben will. Man sammelt einfach ein paar Links und fertig.

         Die Kurznachrichten suggerieren also ohne viel Arbeit Kompetenz

         Mit diesem Mittel können Fachblogger schell einen sinnvollen Überblick, über die aktuell wichtigsten Meldungen liefern.

         Diese Technik erinnert sehr stark an Del.icio.us-Bookmarks

         Der Einsatz von News-Readern verändert gewaltig die Lesegewohnheiten und diese Methode spiegelt die Entwicklung. Viele Blogger konsumieren heute Nachrichten als Feeds. Heißt: Es gibt einen erklärenden Satz und einen Link – wie bei den Kurznachrichten

Weitere Blogger, die sich gerne und erfolgreich des Kurznachrichten-Kniffes bedienen sind Klaus Eck mit in seiner Morgenwelt, Thomas Pleil präsentiert tägliche Links, Olaf Kolbrück befüllt seinen Link-Flash, der Popkulturjunkie five to watch und der Werbeblogger die Schnellschuss-Links.

Natürlich waren auch diese Überlegungen ein Schnellschuss, ohne großes Nachdenken. Deshalb Kritik, Anregungen, Ergänzungen bitte in den Kommentaren.

0 Comments

  1. Pingback: pop64.de | Hamburg vs. Berlin Blog » Twitter, Re:publica und Twittertools

  2. Der „neueste Trend“ ist ein alter Hut. Mit Linklisten hat das Bloggen überhaupt angefangen, John Bargers Robot Wisdom zum Beispiel. http://www.robotwisdom.com/

  3. Der Wert einer solchen Empfehlung per Kurzlink ist nicht zu unterschätzen. Leute wie z.B. Steve Rubel in den USA (micropersuasion.com) lesen hunderte/tausende von Feeds und bekommen sicherlich ähnlich viele Tipps per E-Mail geschickt. Wenn so jemand die besten 5 Links pro Tag veröffentlicht, dann ist das der beste „news aggregator“ den ich mir vorstellen kann.

  4. Ein weiteres Argument für „Schnellschüsse“ (Asides?): Inhaltlich Passendes kann, ohne dass der ganze Artikel nochmal wiedergekaut wird, angezeigt werden. Asides vernetzen. Wieviele Artikel haben wir nicht schon gelesen, die es woanders mit ähnlicher Wortwahl schon einmal gab?

  5. @ Alexander Becker zum Thema Kompetenz: Ok, von Fall zu Fall ist vermutlich schon etwas dran

  6. Das ist richtig. Danke

  7. Weiteres Beispiel:
    „6 vor 9“ bei http://medienlese.com

  8. Auch ich gebe Thomas Pleil recht. Sein Argument, dass Kurznachrichten Orientierung vermitteln ist stichhaltig. Trotzdem meine ich, dass auch das Suggerieren von Kompenz ein Aspekt – wenn auch ein kleiner – dieser Technik ist.

  9. Das sehe ich ganz genauso wie Thomas Pleil, außerdem ist die Recherchezeit jeweils nicht zu verachten. Es gibt hierbei immer auch darum, dem Leser & Kunden einen eindeutigen Mehrwert zu bieten. Mit dem einfachen Sammeln von Infos ist es nicht getan.

    Mir erleichtert die Morgenwelt über mehr Dinge zu schreiben. Vorher habe ich immer häufiger zu langen Beiträgen geneigt. Durch die neue PR Blogger-Rubrik kann ich auch kürzer treten. Und mehr abbilden.

    Aber vielen Dank für den Hinweis.

  10. Ein wichtiger Aspekt fehlt aus meiner Sicht: In Zeiten der Informationsflut können Kurznachrichten Orientierung vermitteln. Das Ganze funktioniert im Sinne der Word of Mouth-Kommunikation und bedeutet in der Praxis, dass man als Nutzer des Internet die Möglichkeit hat, Teil von sozialen Netzen zu werden, in denen Themen diskutiert werden, die für den einzelnen bedeutsam sind. Übrigens findet diese Orientierungsfunktion in sozialen Netzen nicht nur in Blogs oder Social Bookmarks statt, sondern zunehmend in Microblogging-Formaten wie Twitter.

    Vor diesem Hintergrund bin ich mit dem zweiten Spiegelstrich nicht einverstanden: Wer nur Kompetenz suggeriert und seinen Lesern Lesetipps serviert, die den Klick nicht wert sind, wird diese Leser verärgern, denn die merken es schnell, wenn die Suggestion überwiegt.

Leave A Comment