Krisen-PR, Boykott und ramponierte Sponsoren: Der Kampf um die Spiele beginnt

By Alexander Becker
In März 25, 2008

Wie symbolisch. Am Wochenende wurde das olympische Feuer entzündet. Jetzt schleppen Stars und Hobby-Läufer eine kleine Fackel quer durch die Welt bis Peking. Zeitgleich allerdings rollt bereits ein Feuersturm aus Kritik auf die chinesische Regierung  und das IOC zu.

 

Die PR- und Marketingprofessoren und -Berater können derweil schon einmal ihre Bleistifte spitzen, denn was wir die nächsten Monate erleben werden, wird ein PR-Lehrstück in Angriff, Kampagnen-Konzeption und den verschiedenen Verteidigungs-Techniken werden. Denn bis zum Beginn der Spiele gehört der Sportplatz von Information und Desinformation nun den Spindoktoren – auf welcher Seite sie auch immer stehen.

 

Die Ausgangslage:
Durch den Tibet-Konflik ist auch dem politisch blindesten Beobachter klar: China ist eine Diktatur, in der die Presse- und Persönlichkeitsrechte nichts zählen. Und die Vergabe der Spiele in eine solches Land war ein schwerer politischer Fehler. Jetzt müssen die Spiele aber stattfinden, also wie gehen die einzelnen Parteien mit dem Herausforderungen um?

 

China:
Die chinesische Führung versucht Ruhe in die Tibetfrage zu bekommen, wird dann bis zum Beginn der Spiele versuchen den Kopf unten zu lassen.

 

IOC:
Jetzt schon der großen Verlierer. Die Vergabe in eine Diktatur war der erste Fehler. Der zweite, ist der Versuch aus den Spielen eine unpolitische Veranstaltung zu machen. Das ist peinlich, ignorant und im höchstem Maße moralisch verwerflich. Damit verliert der IOC seinen Ruf – und das ist das einzige Kapital, vor allem wenn es um die Beschaffung von Sponsoren geht.

 

Sponsoren:
Alle großen Marken, die mit Olympia werben, haben einen bösen Fehler gemacht. Das wissen sie auch. Nur kommen sie aber nicht mehr aus den Verträgen heraus. Wenn sie jetzt keinen Druck auf das IOC machen, können die Spiele 2008 enden, wie die Tour de France. Alle Sponsoren und die Veranstaltung selbst haben ihren guten Namen befleckt.

 

Reporter ohne Grenzen:
Die Angreifer. Die einzigen in diesem Spiel mit einer Strategie. Eine kleine Organisation, die in wenigen Monaten weltbekannt sein wird und die die Chance hat, zu einer moralische Instanz in Fragen der Sportpolitik zu werden. Dazu haben sie dem Wiederstand ein Logo geschenkt. Dieses Bild der Hanschellen als Ringe wird sich in Millionen Köpfen festsetzten.

 

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