Social Networks- Chance zur Vermarktung?

By ethority - social media intelligence team
In März 24, 2008

Social Networks werden in der Zukunft nicht mehr wegzudenken sein, aber einen kommerziellen Erfolg werden die Betreiber von Facebook & Co. damit nicht erzielen. So resümiert der Economist ein Artikel in seiner aktuellen Ausgabe. Um diese These zu belegen, führt das britische Wirtschaftsmagazin  Beispiele zweier gescheiterten Versuche der Vermarktung von Social Networks an.

Das eine Beispiel erfolgt anhand des Beispiels Google:

Sergey Brin, Google's co-founder, recently admitted that Google's “social networking inventory as a whole” was proving problematic and that the “monetisation work we were doing there didn't pan out as well as we had hoped.” Google has a contractual agreement with News Corp to place advertisements on its network, MySpace, and also owns its own network, Orkut. Clearly, Google is not making money from either.

Das andere Beispiel ist Beacon von Facebook,  eines der meist bemühten Beispiele in diesem Zusammenhang:

Its grand attempt to redefine the advertising industry by pioneering a new approach to social marketing, called Beacon, failed completely. Facebook's idea was to inform a user's friends whenever he bought something at certain online retailers, by running a small announcement inside the friends' “news feeds”. In theory, this was to become a new recommendation economy, an algorithmic form of word of mouth. In practice, users rebelled and privacy watchdogs cried foul. Mark Zuckerberg, Facebook's founder, admitted in December that “we simply did a bad job with this release” and apologised.

Aus diesen Beispielen von gescheiterten Versuchen der Vermarktung der großen Online Communities prognostiziert der Autor dieses Textes Folgendes:

So it is entirely conceivable that social networking, like web-mail, will never make oodles of money.

Ich muss der Behauptung, die Social Networks wären, wie E-Mails, nicht vermarktbar widersprechen. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen E-Mailing und der Teilnahme an Social Networks ist die Kommunikation zwischen Internet Usern. Diese beiden Wege der Kommunikation auf eine Stufe zu stellen halte ich für sehr weit hergeholt. Sicher ist das Adressbuch eines E-mail Accounts auch eine Art Social Graph, aber zum einen ist das Adressbuch nicht unbedingt reziprok wie die Buddyliste der diversen Netzwerke. Zum anderen bietet ein E-mail Adressbuch bei weitem nicht so viele persönliche Informationen wie z.B. ein Facebook Profil.
Fakt ist: die ersten Schritte der Vermarktung der großen Netzwerke scheiterten. Wohl gemerkt, es waren die ersten Schritte. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, wie jung das Phänomen der Online Communities ist. Aus dieser Perspektive heraus betrachtet, ist es wohl viel zu früh, um ein abschließendes Urteil über die Vermarktungsfähigkeit dieser Netzwerke zu sprechen.
Ich glaube, dass der User bei der entsprechenden Kommunikation und bei einem spürbaren Mehrwert die Vermarktung der Netzwerke akzeptieren wird. Vielleicht ist der Erfolg der kleinen Applikationen auf Facebook Profilen  schon ein Zeichen dafür, dass die Vermarktung von Communities mit solchen Tools funktionieren könnte. Der User wird sicherlich immer stärker den Wert solcher Netzwerke erkennen und wird dadurch auch gewillt sein für diesen Nutzen in irgendeiner Form zu zahlen. Sei es nun wie bei Xing oder WeCanDo.biz per direkte Zahlung an die Betreiber oder wie bei den großen Netzwerken über die Akzeptanz von Werbung bzw. Vermarktung.
Wie StudiVZ und Facebook es schon bereits gezeigt haben: der Weg zu einer erfolgreichen Kommerzialisierung führt ausschließlich über die offene und ehrliche Kommunikation mit den Nutzern.

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