Kopie, Plagiate, Nachbau: Deutschland ist das neue China

By Alexander Becker
In März 23, 2008

StudiVZ ist eine Kopie von Facebook. Verwandt ein Nachbau von Geni.com. Wister Wong ist eigentlich Del.ici.us und Webnews und Yigg sind Klone von Digg. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Seit zwei Jahren bauen Deutsche sofort jede Plattform, die in den US an den Start geht. Das machen die einheimischen Fälscher so unverfroren, dass im Silicon Valley die Deutschen einen ähnlich schlechten Ruf haben wie unter europäischen Markenartikel-Herstellern China. Dieser neue Plagiarismus galt im Land der Ingeneurer mit dem legendären „made in germany“-Siegel, vor allem als neue deutsche Web-Krankheit. Bis jetzt. Felix Disselhoff zeigt, dass im TV-Geschäft schon viel länger geklaut, abgekupfert oder lizenziert wird. Hauptsache keine eigene Ideen, keine Kreativität. Davor scheinen die Entscheider Angst zu haben.

Disselhoff schreibt: „Eingekauft oder kopiert: Fernsehdeutschland sitzt vor einer Endlosschleife globaler TV-Formate. Sie heißen „Wer wird Millionär“, „Deutschland sucht den Superstar“, „Germany`s Next Topmodel“, „Big Brother“, „Let`s Dance“ oder „Deal oder No Deal“.
Sie alle wurden nicht in Deutschland entwickelt. Ein Großteil der Formate kommt aus Großbritannien und den USA, dort wird kreativ geschaffen, erfunden, ausprobiert. Anschließend werden die Formate im Ausland vermarktet.“

Aber Disselhoff macht auch Hoffnung. Er glaubt, dass langsam alles kopiert wurde, was erfolgversprechend sein könnte. An neuen, kreativen Formaten oder auch Webdienste kommt man notgedrungen also bald nicht mehr vorbei – hoffentlich.

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