Aufstand in Tibet- Signifikanz des Web 2.0 Journalismus

By ethority - social media intelligence team
In März 17, 2008

Seit fast 57 Jahren wird Tibet von der Volksrepublik China besetzt. 1949 erwachte bei den chinesischen Machthabern der Wille Tibet dem  chinesischen „Mutterland“ anzuschließen. Nach der Okkupation Tibets durch die Volksrepublik China im Jahr 1950 loderten immer wieder Proteste gegen die chinesische Okkupation in Tibet auf. Doch die aktuellen gewaltsamen Auseinandersetzungen zum 49 Jahrestag zum Volkaufstand gegen die Chinesische Gewaltherrschaft zwischen Tibetern und der chinesischen Armee unterscheiden sich, zumindest was die Außenwahrnehmung anbelangt. Es reichte 1989 noch aus das Land während der Unruhen hermetisch abzuriegeln, um Bilder und Berichte aus den Brennpunkten zu verhindern. Im Jahr 2008 hingegen greifen solche Maßnahmen der Nachrichtenzensur zu kurz, um eine funktionierende Nachrichtensperre zu etablieren. Nicht nur die internationale Aufmerksamkeit für die im Sommer stattfindenden Olympischen Spiele in Peking machen eine solche Blockade schwer durchführbar, sondern vielmehr die nur schwer kontrollierbaren Kommunikationskanäle der nutzergenerierten Medien, die ohne Unterlass aus Tibet berichten.  Das neuerliche Blockieren von einschlägigen Blogs von YouTube in China oder der Rauswurf von Journalisten und INGOs aus Tibet werden die Bilder und Informationen dieser gewaltsamen Unterwerfung nicht stoppen können. Um sich ein Bild von gesperrten Blogs und Websites in China zu machen empfiehlt sich ein Test auf websitePuls. Dieser Dienst ermöglichst dem User sich zu informieren, welche Netzinhalte das Regime in Peking seinen Bürgern sperrt. Wenn Printmedien und Funkmedien geschlossen werden,  nur zensierte Nachrichten veröffentlicht werden dürfen und die ausländischen Korrespondenten des Landes verwiesen werden, dann schlägt die Stunde des Blog-Journalismus, um das internationale Publikum zu informieren. Dieses vollzieht sich momentan in Tibet. John Kennedy hat auf seinem Blog einen Querschnitt der aktuellen  Blogbeiträge aus Lhasa übersetzt und gepostet:

March 14, 2008: Lhasa's Lama's rebel This afternoon, PAP, traffic police and riot police all marched into Potala Palace Square to the Lhasa Department Store tower junctionTanks, armored vehicles and firetrucks all moved into the front of Potala PalaceAt present, riot police have injured dozens and killed severalOne fire truck has been blown upCountless civilian cars have been blown up, and dozens of shops have been torchedOver a hundred Sichuanese have been killedJokhang Temple and Ramoche Temple have both already been burnt down!A friend just called to say: all small and large hospitals in Lhasa are already full with patients!(last night, several hundred Sichuanese got beaten in front of Jokhang Temple, 13 died at the scene, and 80 more were seriously hurt)

Auf den deutschen Weblogs wie Sichelputzer oder werbeblogger wird das Vorgehen von China scharf kritisiert und zum Boykott der Sommerspiele 2008 aufgerufen. Bei dem Aufruf zumm Boykott mag man unterschiedlicher Ansichten sein, doch der scharfen Kritik an der chinesischen Vorangehensweise kann man sich sicher anschließen.

Grundsätzlich machen diese Ereignisse wieder einmal deutlich, dass die Kommunikationsplattformen in den nutzergenerierten Medien besser als andere Medien in der Lage sind unzensiert über Ereignisse, wie Wahlen in Russland, den Aufständen in Myanmar oder Tibet direkt von vor Ort zu berichten.  Auf diese Weise werden derartige Ereignisse der Weltöffentlichkeit präsentiert ohne dabei der staatlichen Zensur zum Opfer zu fallen.

0 Comments

  1. Ich kenn nur NGOs. Gibts auch INGOs?

  2. Klasse Artikel, hoffe auch dass die öffentliche Wahrnehmung der Situation in Tibet durch “Blog-Journalismus” weiter verstärkt wird und sich eher unzensierte Meinungen bilden – die Hoffnung stirbt zuletzt, Free Tibet!

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